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Rogge wird vor Gericht zitiert

19. Okt 2006 15:19
Jacques Rogge
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IOC-Präsident Jacques Rogge muss in Kürze vor einem österreichischen Gericht erscheinen. Der ehemalige Skitrainer Walter Mayer hat den Belgier verklagt.

IOC-Präsident Jacques Rogge muss sich in einem Verfahren wegen Rufschädigung und übler Nachrede gegen den ehemaligen Skitrainer Walter Mayer vor einem österreichischen Gericht verantworten. Dies habe das Oberlandesgericht Wien entschieden, teilte Mayers Anwalt Herwig Hasslacher mit. Das Verfahren gegen den Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) könne vor dem Straflandesgericht Wien im Februar 2007 eröffnet werden. Rogge hatte in Turin unter anderen gesagt, er halte Mayer für den Mann, der Doping in Österreich organisiere.

Auch Pound angeklagt

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Auch gegen den Vorsitzenden der Welt-Anti- Doping-Agentur (WADA) hatte Mayer im Zuge des Doping-Skandals der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin eine Klage angestrengt. Die Verhandlung gegen Richard Pound soll noch in diesem Jahr in Wien stattfinden. Sowohl ihm als auch Rogge drohen bei einer Vereurteilung nach österreichischem Recht ein Jahr Haftstrafe oder eine Geldstrafe.

«Das ist kein Kavaliersdelikt», sagte Hasslacher. Mayer fordere mehrere hunderttausend Euro als Entschädigung. «Er hat seinen Beruf in Österreich verloren und sein Ruf ist international zunichte gemacht worden. Damit hat er auch im Ausland keine Chance mehr auf einen gut dotierten Job», so der Anwalt.

Ermittlungsergebnisse stehen noch aus

Der einstige Langlauf- und Biathlon-Trainer Mayer ist wegen der so genannten Blutbeutelaffäre von Salt Lake City 2002 bis 2010 für Olympische Spiele gesperrt. Er hatte dennoch als Privatperson den Turin-Spielen im vergangenen Februar einen Besuch abgestattet und damit in den österreichischen Außenquartieren in San Sicario und Pragelato eine Doping-Razzia ausgelöst. Dabei stellten Polizeibeamte Gegenstände und Medikamente sicher, die möglicherweise zur Leistungsmanipulation gedient haben könnten.

Auch sieben Monate nach den Winterspielen hat die italienische Justiz dem IOC immer noch keine Ermittlungsergebnisse vorgelegt. Das IOC hat unter dem Vorsitz des Deutschen Thomas Bach eine Disziplinarkommission zur Aufklärung der Affäre eingesetzt, die ohne den Rapport aus Italien die Arbeit nicht aufnehmen kann.

Keine neuen Erkenntnisse

Ein Ende vergangener Woche veröffentlichter, elfseitiger Untersuchungsbericht des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) zu den Vorfällen in Turin hat ebenfalls zu den Doping-Vorwürfen keine Aufklärung gebracht. Darin heißt es lediglich: «Der Verdacht, dass in den Quartieren verbotene Substanzen verwendet oder verbotene Methoden praktiziert wurden, kann (mit Ausnahme einer selbst verabreichten Salzwasserinfusion) weder bestätigt noch mit Sicherheit ausgeschlossen werden.» Doping-Kontrollen der in den Außenquartieren untergebrachten österreichischen Langläufer und Biathleten waren alle negativ ausgefallen. (nz)

 
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