31.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Österreichs-Skilanglauf-Trainer: Walter Mayer
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Beim Turiner Doping-Skandal um die österreichischen Langläufer hatte Walter Mayer für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt fährt der geschasste Trainer schwere Geschütze gegen zwei Sportfunktionäre auf.
Der umstrittene österreichische Skilanglauf-Trainer Walter Mayer hat über seinen Anwalt Herwig Hasslacher Klage gegen den IOC-Präsidenten Jacques Rogge und den Wada-Vorsitzenden Richard Pound eingereicht. Wie die Nachrichtenagentur APA am Freitag berichtete, wirft Mayer dem Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und dem Leiter der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) im Zusammenhang mit Doping-Ermittlungen der italienischen Behörden bei den Olympischen Winterspielen im Februar in Turin üble Nachrede vor. Rogge soll gesagt haben: «Für mich ist Walter Mayer der Mann, der Doping organisiert.»
Klage auf Schadensersatz«Beide Klagen sind am Freitag fristgerecht beim Landesgericht für Strafsachen in Wien eingetroffen», sagte Mayers Anwalt der APA. Das Gericht werde die Klagen den Betroffenen zustellen und Termine für die Verhandlungen ansetzen. Laut Hasslacher drohen Rogge und Pound Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder Geldstrafen bis zu 360 Tagsätzen. Für die Einbringung einer Klage auf Schadenersatz, die nach Aussagen von Hasslacher gegen Rogge und Pound ebenfalls vorgesehen ist, ist noch Zeit.
Mayer war die zentrale Figur in der Doping-Affäre um das österreichische Langlauf- und Biathlon-Team in Turin. Carabinieri hatten während der Olympischen Winterspiele die Olympia-Quartiere der Österreicher in San Sicario durchsucht. Bei der Razzia waren Spritzen, Medikamente und Geräte zur Bluttransfusion sichergestellt worden. Parallel dazu wurden zehn Athleten von Doping-Kontrolleuren getestet. Die Proben fielen negativ aus. Dies wurde vom österreichischen Skiverband (ÖSV) und Nationalen Olympischen Komitee (ÖOC) als Entlastung gewertet.
Rasende FluchtZiel der Polizei-Aktion war die Suche nach dem von Olympia wegen der «Blutbeutel»-Affäre von 2002 verbannten Mayer. Der Trainer hatte rechtzeitig Italien verlassen und raste bei seiner Flucht in Österreich in ein Polizeiauto. Später hieß es, der Unfall sei ein Selbstmord-Versuch gewesen.
Das IOC hat eine Disziplinarkommission zur Untersuchung des Betrugsverdachts eingesetzt. Vorsitzender ist IOC-Vizepräsident Thomas Bach, Denis Oswald (Schweiz) und Sergej Bubka (Ukraine) komplettierten das Gremium. (nz)