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Lupe Angerer läuft in Favoriten-Rolle für Turin

Tobias Angerer ist in Val di Fiemme ein unwiderstehliches 30-Kilometer-Rennen gelaufen. Der Skilangläufer übersprintete auf den letzten Metern seinen ärgsten Gegner.

Tobias Angerer ist in der Form seines Lebens. Mit einem unwiderstehlichen Sprint holte sich der Vachendorfer am Samstag im italienischen Val di Fiemme beim 30 km-Massenstartrennen im freien Stil seinen vierten Sieg im Langlauf- Weltcup dieses Winters. «Das ganze Rennen über hat es starke Atacken gegeben», sagte Angerer, der auf der vorletzten Runde beinahe gestürzt wäre. «Der letzte Kilometer war purer Wille.»
Topfavoriten
Damit baute Angerer seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus und zählt nun zu den Top-Favoriten auf olympisches Edelmetall in Turin. «Er ist die Nummer eins», sagte Bundestrainer Jochen Behle. «Angerer ist am Schluss stärker als die meisten anderen. Weil sie im Spurt keine Chance gegen ihn haben, fahren die Gegner auf der Strecke so aggressiv.»

Probleme hatten die Frauen beim 15-km-Massenstartrennen. Nur Evi Sachenbacher-Stehle konnte als Sechste beim dritten Saisonerfolg der Tschechin Katerina Neumannova überzeugen.

Auch ein zehntägiges hartes Höhentrainingslager hat der Form von Angerer nicht geschadet. Von Beginn an lief der Bayer, der seit Sommer in der Oberhofer Trainingsgruppe gemeinsam mit Axel Teichmann (Bad Lobenstein), Jens Filbrich (Frankenhain), Andreas Schlütter (Oberhof) und Franz Göhring (Zella-Mehlis) trainiert, in der Spitzengruppe mit. Er hielt sich aus allen Zweikämpfen heraus, bestimmte nie das Tempo.

Letzter Antritt zählt
Als der am Ende drittplatzierte Pietro Piller-Cottrer (Italien) vor dem letzten Anstieg attackierte und einen Vorsprung von 25 m herausgelaufen hatte, kam Angerers unnachahmlicher Antritt. 50 m vor dem Ziel hatte er den Italiener überspurtet.

«Ihn zeichnet derzeit eine ungeheuer gute Rennintelligenz und ein starkes Selbstbewusstsein aus. Er weiß, dass er im Finale mitgehen kann. Aber dazu muss er bis dorthin erst mal von dabei sein», lobte Bundestrainer Jochen Behle den Weltcup-Spitzenreiter.

Die anderen DSV-Athleten hatten noch mit den Nachwirkungen des Trainingslagers zu kämpfen und teilweise mit dem Schliff ihrer Ski nicht die glücklichste Hand. René Sommerfeldt (Oberwiesenthal) war bei dem vor allem vom Franzosen Vincent Vittoz und Anders Södergren (Schweden) mit zahlreichen Tempowechseln diktierten Rennen lange vorn dabei, musste am Ende aber abreißen lassen und wurde Elfter. Filbrich belegte Platz 17, Teichmann kam als 37. ins Ziel.

Feinerer Schliff
«Gerade Axel braucht nach vier Wochen Wettkampfpause noch ein paar Rennen. Außerdem hatte er sich für einen feineren Schliff entschieden und das Rennen zeigte, dass eine grobe Variante heute besser war», sagte Behle.

Bei den Frauen hatte vor allem Claudia Künzel Probleme. «Die Kälte ist nicht gut für ihre Psyche», erklärte Behle den 22. Platz der Oberwiesenthalerin. Sie selbst glaubt, dass sie im Trainingslager mehr Kräfte gelassen hat als ihr lieb ist. Evi Sachenbacher-Stehle dagegen hielt lange gut mit, war auf dem Weg zu einem Podestplatz. «Ich wollte am letzten Berg mit Tschepalowa mitgehen, aber das war zu schnell und dann gingen die Muskeln zu», beschrieb die Staffel- Olympiasiegerin die entscheidende Situation. «Aber ich bin guter Dinge, denn ich dachte, dass ich nach dem harten Training müder bin», bemerkte sie. (nz)