Angerer läuft in Favoriten-Rolle für Turin
Probleme hatten die Frauen beim 15-km-Massenstartrennen. Nur Evi Sachenbacher-Stehle konnte als Sechste beim dritten Saisonerfolg der Tschechin Katerina Neumannova überzeugen.
Auch ein zehntägiges hartes Höhentrainingslager hat der Form von Angerer nicht geschadet. Von Beginn an lief der Bayer, der seit Sommer in der Oberhofer Trainingsgruppe gemeinsam mit Axel Teichmann (Bad Lobenstein), Jens Filbrich (Frankenhain), Andreas Schlütter (Oberhof) und Franz Göhring (Zella-Mehlis) trainiert, in der Spitzengruppe mit. Er hielt sich aus allen Zweikämpfen heraus, bestimmte nie das Tempo.
«Ihn zeichnet derzeit eine ungeheuer gute Rennintelligenz und ein starkes Selbstbewusstsein aus. Er weiß, dass er im Finale mitgehen kann. Aber dazu muss er bis dorthin erst mal von dabei sein», lobte Bundestrainer Jochen Behle den Weltcup-Spitzenreiter.
Die anderen DSV-Athleten hatten noch mit den Nachwirkungen des Trainingslagers zu kämpfen und teilweise mit dem Schliff ihrer Ski nicht die glücklichste Hand. René Sommerfeldt (Oberwiesenthal) war bei dem vor allem vom Franzosen Vincent Vittoz und Anders Södergren (Schweden) mit zahlreichen Tempowechseln diktierten Rennen lange vorn dabei, musste am Ende aber abreißen lassen und wurde Elfter. Filbrich belegte Platz 17, Teichmann kam als 37. ins Ziel.
Bei den Frauen hatte vor allem Claudia Künzel Probleme. «Die Kälte ist nicht gut für ihre Psyche», erklärte Behle den 22. Platz der Oberwiesenthalerin. Sie selbst glaubt, dass sie im Trainingslager mehr Kräfte gelassen hat als ihr lieb ist. Evi Sachenbacher-Stehle dagegen hielt lange gut mit, war auf dem Weg zu einem Podestplatz. «Ich wollte am letzten Berg mit Tschepalowa mitgehen, aber das war zu schnell und dann gingen die Muskeln zu», beschrieb die Staffel- Olympiasiegerin die entscheidende Situation. «Aber ich bin guter Dinge, denn ich dachte, dass ich nach dem harten Training müder bin», bemerkte sie. (nz)
