05.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Marlies Schild jubelt über Sieg in Zagreb.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Annemarie Gerg hat beim Weltcup-Slalom in Zagreb das beste deutsche Ergebnis erzielt. Beim Sieg der Olympia-Favoritin Marlies Schild rief aber eine andere Fahrerin euphorische Reaktionen hervor.
Marlies Schild hat sich mit dem zweiten Saisonsieg zur Olympia-Favoritin gekürt und Anja Blieniger kann plötzlich von den Winterspielen träumen. Der Titel der «Schneekönigin» von Zagreb gebührte aber eigentlich Geburtstagskind Janica Kostelic. Nach einem Missgeschick im zweiten Lauf fuhr die Olympiasiegerin bei ihrem Heimweltcup mit nur einem Stock und einem Handschuh unter großen Schmerzen auf den dritten Rang und versetzte 25.000 Zuschauer in Begeisterung.
In 1:55,08 Minuten lag Kostelic am Donnerstagabend 1,45 Sekunden hinter Siegerin Schild. Die 24-Jährige setzte sich in 1:53,63 Minuten vor ihrer Teamkollegin Kathrin Zettel (1:54,07 Minuten) durch.
Blieninger überrascht positivWährend Annemarie Gerg (1:57,34) als Elfte und vor allem Martina Ertl-Renz (1:57,88) auf Rang 19 auch beim ersten Rennen des Jahres wieder unter ihren Möglichkeiten blieben, sorgte Anja Blieninger für eine positive Überraschung aus deutscher Sicht. Die 24-Jährige verblüffte als 14. mit ihrer besten Weltcup-Platzierung und der halben Olympia-Norm auch Cheftrainer Wolfgang Maier («Cool, diese Leistung»).
Mit Startnummer 32 fuhr sie im ersten Lauf trotz weicher Piste auf Rang 18 und schob sich dann noch weiter nach vorne. «Ich versuche, weiter meine Leistung zu bringen. Ich denke nicht an Olympia», sagte sie. Um in Turin an den Start gehen zu können, müsste die Oberbayerin nochmals unter die besten 15 im Weltcup fahren.
«Erste Lauf war eine Schande»In ihrem Heimrennen war der Druck für Kroatiens Nationalheldin Janica Kostelic wieder groß. Nach Durchgang eins stand nur Platz sieben zu Buche. Doch die Ausnahmeathletin zeigte im Schneetreiben und unter Flutlicht ein weiteres Highlight ihrer Karriere. Vor dem ersten Tor verlor sie im zweiten Lauf Stock und Handschuh und kämpfte sich unter großen Schmerzen ins Ziel. «Der erste Lauf war eine Schande. Mit Platz drei bin ich zufrieden», sagte sie. Durch den furiosen Auftritt behielt Janica Kostelic auch die Führung im Gesamtweltcup vor der schwedischen Titelverteidigerin Anja Pärson, die Fünfte wurde.
Im Vorjahr war die 24-Jährige bei der Weltcup-Premiere in Zagreb bereits im ersten Lauf ausgeschieden. Dieses Schicksal ereilte diesmal Monika Bergmann-Schmuderer. Die 27-Jährige aus Lam fuhr nach guter Zwischenzeit kurz vor der Ziellinie an einem Tor vorbei. «Die Form geht zwar nach oben, aber das Pech klebt mir an der Ferse», meinte sie. Noch immer leidet Bergmann-Schmuderer an Rückenproblemen. «Das ist alles akut entzündet. Das soll aber keine Ausrede sein, mit Schmerztabletten war das okay.»
(nz)