netzeitung.deGerg fährt in die Weltspitze

 Herausgeber: netzeitung.de

Lupe Gerg fährt in die Weltspitze

«Eine Sensation» hat Alpin-Cheftrainer Wolfgang Maier den Slalom-Auftritt von Annemarie Gerg genannt. Das «ewige Talent» wird kurz vor den Winterspielen zum Medaillenkandidaten.

Annemarie Gerg ist 50 Tage vor Turin endgültig in der Weltspitze angekommen. Alois Vogl und Felix Neureuther warten weiter auf den Durchbruch im Olympia-Winter. «Ich bin nicht mit Köpfchen gefahren, sondern wie ein Vollidiot», sagte Neureuther am Donnerstag nach Platz 20 beim Weltcup-Slalom im slowenischen Kranjska Gora.
Keine Sorgen um Turin-Ticket
Auch Vogl verpasste beim dritten Slalom-Sieg des Italieners Giorgio Rocca die erhoffte Olympia- Qualifikation. Nach einem schweren Fahrfehler fehlten dem 32-Jährigen aus Zwiesel 0,02 Sekunden für den Finallauf. Sorgen um das Turin- Ticket macht sich der Routinier auch nach der dritten «Nullnummer» der Saison aber nicht: «So darf ich nicht denken.»

Damen-Cheftrainer Wolfgang Maier staunte über den vierten Platz von Annemarie Gerg beim Weltcup-Slalom im tschechischen Spindleruv Mlyn. «Für uns ist es eine Sensation, dass sie sich so festfährt in der Weltspitze», sagte Maier nach der neuerlichen Gala-Vorstellung des «ewigen Talentes». Monika Bergmann-Schmuderer (Lam) erkämpfte sich als Zwölfte im Riesengebirge wenigstens die halbe Olympia-Qualifikation.

Anja Blieninger (Altenau) qualifizierte sich erstmals im Slalom für den zweiten Lauf, doch sie kam nur auf Rang 30. Die Lenggrieserin Martina Ertl-Renz fuhr auf Rang 27. «Jetzt bin ich froh, wenn Weihnachten kommt. Da kann man Energie tanken für die nächsten Rennen.»

Eine Klasse für sich
Der Sieg ging an die Schwedin Anja Pärson, die sich mit einem Vorsprung von 0,49 Sekunden vor der dreimaligen Olympiasiegerin Janica Kostelic durchsetzte. Dritte wurde die Österreicherin Marlies Schild, die nach den beiden Läufen 9/100 Sekunden schneller war als Annemarie Gerg. «Vor allem Pärson und Kostelic sind eine Klasse für sich», sagte die 30 Jahre alte Deutsche und demonstrierte ihr gewonnenes Selbstvertrauen: «Ich muss hart daran arbeiten, dass ich bei Olympia soweit bin, um sie zu schlagen.»

In der Slalom-Weltcupwertung ist sie mit 95 Punkten bereits Vierte hinter Pärson (200), Kostelic (160) und der Österreicherin Kathrin Zettel (105). Deren Teamkollegin Michaela Dorfmeister führt in der Gesamtwertung mit 502 Punkten vor der dreimaligen Olympiasiegerin Kostelic (492). Bei den Herren liegt Rocca in der Disziplin-Wertung mit 300 von 300 Punkten an der Spitze.

In der Gesamtwertung verlor der im ersten Durchgang ausgeschiedene Bode Miller (442 Punkte) die Führung an den Norweger Aksel Lund Svindal (450). Der in Kranjska Gora nach dem ersten Durchgang führende Österreicher Benjamin Raich (430) verpasste den Sprung an die Spitze und schied kurz vor dem Ziel aus.

Neureuther mit Manschette
Der mit angebrochener Hand gestartete Felix Neureuther ging erneut mit einer Spezialmanschette an den Start. «Es ging besser als ich dachte», sagte der Team-Weltmeister. Doch statt im zweiten Durchgang die guten Pistenverhältnisse zur Attacke zu nutzen, fuhr Neureuther «nur auf Durchkommen». Auch Cheftrainer Werner Margreiter befand: «Es wäre mehr drin gewesen.» Nach den vielen Rückschlägen in diesem Winter mit dem Rücktritt von Hilde Gerg und dem verletzungsbedingten Olympia-Aus der großen Hoffnungsträgerin Maria Riesch sieht Damen- Chef Maier wieder einen Hoffnungsschimmer am Horizont: «Wir verschwinden nicht von der Bildfläche.» (nz)