DSV kämpft für Ausnahmegenehmigung
Der Deutsche Skiverband (DSV) kämpft um die Rechte von Jens Filbrich und hofft auf baldige Ausnahmegenehmigung für den wegen eines grenzwertigen Hämoglobin-Wertes mit einer Schutzsperre belegten Frankenhainer Skilangläufers. «Wir als Verband können es nicht hinnehmen, dass ein sauberer Athlet mit einem genetisch bedingten hohen Hämoglobinwert de facto mit Berufsverbot belegt wird», sagte DSV-Generalsekretär und Sportdirektor Thomas Pfüller der dpa. Bei Filbrich war am vergangenen Samstag nach dem Rennen im finnischen Kuusamo ein Wert von 17,0 im Blut festgestellt worden.
Das Erreichen oder Überschreiten des Grenzwertes von 17,0 führt beim internationalen Skiverband FIS wegen angeblicher Gesundheitsgefährdung automatisch zu einer Schutzsperre von fünf Tagen. «Es soll mir Mal jemand erklären, weshalb bei einem Skilangläufer bei 17,0 die Gesundheit so gefährdet ist, dass er durch eine Sperre geschützt werden muss, ein Biathlet mit 17,5 aber munter durch den Wald rennen darf», bemerkte Pfüller. Er verweist auf die mit dem Fall Filbrich erneut deutlich gewordene willkürliche Festsetzung der Grenzwerte und nutzt die Gelegenheit, um erneut eine Harmonisierung bei den verschiedenen Verbänden zu fordern.
Seine Zuversicht stützt er auf das Tübinger Uni-Gutachten. «Ich habe Mitte Dezember ein Treffen mit FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis. Da sollten wir das Problem klären. Denn entscheiden muss letztendlich die FIS», sagte Pfüller. Und nicht Bengt Saltin, der Chef der medizinischen Kommission. Der stellt sich seit Wochen quer, obwohl ihm die Werte von Filbrich detailliert vorliegen. Bereits im Sommer hatte der DSV die geforderten Unterlagen eingereicht, dann mehrmals nachgehakt, sogar einen Arzt zur medizinischen Kommission geschickt, ehe am 15. November die Ablehnung für Filbrichs Ausnahmegenehmigung in der DSV-Zentrale eintraf und der Verband umgehend das Vorgehen dagegen in die Wege leitete.
Die FIS zeigt sich inzwischen gesprächbereit. «Wenn es Unterlagen gibt, die neu zu bewerten sind, werden unsere Experten natürlich nochmals darüber beraten», kündigte Generalsekretärin Sarah Lewis an. (dpa)
