28.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
DSV erwartet negative Probe bei Filbrich
Der Deutsche Ski-Verband erwartet bei der am Sonntag genommenen Doping-Probe bei Skilangläufer Jens Filbrich ein negatives Ergebnis. Wie im letzten Jahr auch.
Der Deutsche Ski-Verband (DSV) erwartet ein negatives Ergebnis bei der Doping-Probe von Jens Filbrich. Dies sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller am Montag. Eine entsprechende Kontrolle musste der Frankenhainer Skilangläufer am Sonntag im finnischen Kuusamo über sich ergehen lassen. Nach seinem dritten Rang im Weltcup über 15 km im klassischen Stil war der grenzwertige Hämoglobinwert von 17,0 festgestellt worden. Daraufhin belegte ihn der Weltverband FIS mit einer fünftägigen Schutzsperre.
Pfüller erinnerte an ein ähnlich gelagertes Ereignis mit Filbrich in der vergangenen Saison. Damals hatte der Langläufer beim Weltcup im tschechischen Nove Mesto ebenfalls eine Schutzsperre wegen zu hoher Hämoglobinwerte erhalten. Seine Doping-Probe war negativ ausgefallen.
Klagedrohung zurückgenommenIn ersten Reaktionen hatten die in Kuusamo weilenden DSV- Verantwortlichen der FIS mit einer Klagewelle gedroht. Dies nahm der DSV-Sportdirektor zunächst zurück. Vielmehr will er in einer für Mitte Dezember terminierten Verhandlung mit der FIS erreichen, dass Filbrich ebenso wie vier weitere Weltcup-Läufer eine Start- Ausnahmegenehmigung erhält, da seine hohen Hämoglobinwerte genetisch bedingt sind und dies der FIS seit langem bekannt ist.
«Unser Auftrag ist ganz klar, unsere Athleten zu betreuen und sie zu schützen. Deshalb stellen wir uns hinter Jens Filbrich», sagte Pfüller am Montag. Ein vom DSV bereits vor Saisonbeginn eingereichter Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung war von der FIS am 15. November ohne Angabe von Gründen in einem Vier-Zeilen-Brief abgelehnt worden. «Daraufhin hatten wir mit unserem Arzt Ernst Jacob und unserer Rechtsabteilung für diesen Freitag ein Gespräch vereinbart, um eine entsprechend begründete Gegenargumentation an die FIS zu schicken. Nun hat uns die Aktualität eingeholt», erklärte Pfüller, der daraufhin am Montag mit FIS-Generalsekretärin Sarah Louis das Treffen für Mitte Dezember vereinbarte. «Ziel ist es, eine Vereinbarung im Sinne des Athleten zu treffen», betonte der Sportdirektor.
Auf Ausnahmegenehmigung erpichtZuvor will er aber bereits erreichen, dass Filbrich bei den Weltcups in Kanada ab 10. Dezember starten kann. In der Höhe der Rocky Mountains sind bei ihm von vornherein Hämoglobinwerte jenseits des Grenzwertes zu erwarten. «Wie wir das hinbekommen, weiß ich noch nicht. Möglich ist eine zeitlich begrenzte Ausnahmegenehmigung. Aber das müssen wir noch regeln», erklärte Pfüller, dem es vor allem darum geht, einen Imageschaden von Filbrich abzuwenden. «Es besteht ja die Gefahr, dass in der Öffentlichkeit etwas hängen bleibt. Der Sponsor hat sich zumindest schon mal positiv geäußert, und Jens selbst ist ein gestandener Athlet, der damit umgehen kann», sagte Pfüller.
Er appellierte an die Nationale Antidoping-Agentur (NADA), sich bei der Weltagentur (WADA) dafür einzusetzen, dass es klare und einheitliche Richtlinien und Grenzwerte bei den einzelnen Weltverbänden gibt. «Es kann ja nicht sein, dass ein Biathlet an nordischen Weltmeisterschaften teilnehmen kann und einen akzeptierten Hämoglobinwert von 17,5 hat, nur weil bei seinem Verband der Grenzwert auf 18,0 festgelegt ist», sagte Pfüller. (nz)