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Lupe Die Tour de France der Skilangläufer

Die Skilangläufer haben ab der kommenden Saison ein stressiges Programm zum Jahreswechsel zu absolvieren - und das parallel zur Vierschanzentournee. Als Vorbild dient die Frankreich-Rundfahrt.

Von Thomas Flehmer, Sestriere

Die Skilangläufer verbringen den Jahrewechsel 2006/2007 auf der Piste. Ab der kommenden Saison soll die so genannte Tour de Ski den Marktwert der Disziplin Langlauf weiter erhöhen. Innerhalb von zehn Tagen vom 29. Dezember 2006 bis zum 7. Januar 2007 kämpfen die Athleten in acht Wettbewerben um das stattliche Preisgeld von einer Million Schweizer Franken. «Als Vorbild diente uns die Tour de France», sagte der Renndirektor des Internationalen Skiverbandes Fis, Jürg Capol, in Sestriere.
Drei Länder - acht Etappen
Am Ende des acht Etappen dauernden Wettkampfes in drei Ländern soll dann der beste Skilangläufer gekürt werden. Während es für die einzelnen Tagessiege auf den Stationen München, Reit im Winkl, Oberstdorf, einem noch zu benennenden Ort in Österreich, Ramsau, Asiaggio, Val di Fiemme und Cavalese laut Capol nur ein «Taschengeld» gibt, streicht der Gesamtsieger am Ende 100.000 Euro ein. «Das ist das Zehnfache an Preisgeld, was es sonst bei einem Weltcuprennen für einen Sieg gibt.»

Die Summe hat sich der Gewinner aber auch verdient. Gerade die Schlussetappe in Cavalese endet mit einem «vier Kilometer langen Anstieg bei einer zehn bis zwölfprozentigen Steigung», so Capol. Zudem erhält der Sieger 400 Weltcuppunkte. Dafür muss er aber auch an allen Rennen teilnehmen, sonst fällt er aus der Wertung.

Norweger und Deutsche freuen sich
Während die norwegischen und deutschen Athleten dem neuen Wettbewerb positiv gegenüber stehen, gibt es aber auch kritische Stimmen, die glauben, dass durch diese Tour die Bedeutung der anderen Weltcuprennen geschmälert werde. Capol widerspricht. «Im Radsport gibt es auch nicht nur die Tour de France sowie den Giro und die Vuelta, sondern auch Frühjahrs- und Herbstklassiker, die von den Profis ebenso ernst genommen werden.»

Allerdings muss vorher der Skiverband dem Paket noch auf seiner Sitzung am 7. November zustimmen. Doch Fis-Präsident Gian-Franco Kasper glaubt nicht an ein Hindernis. Zu 90 Prozent sei eine Zustimmung sicher, so der Schweizer.

Alles im öffentlichen TV
Viel größere Sorgen hat Capol bei der Suche nach einem Generalsponsor, damit die Vermarktung auch optimal ausgenutzt werden kann. Denn für Capol selbst gibt es nur ein Ziel: Die gesamte Staffel mit allen acht Wettbewerben soll im «öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen sein.»

Eine Konkurrenz zur zeitgleich stattfindenden Vierschanzentournee sieht der Schweizer in der neuen Serie nicht. Zwar laufe die Veranstaltung parallel, «aber zu einer anderen Tageszeit.»