09.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
DEB-Team vor Klassenerhalt
Das deutsche Eishockey-Nationalteam ist bei der WM in Österreich nur einen Punkt vom Klassenerhalt entfernt. Gegen Slowenien feierten die Profis den höchsten Sieg bei einer WM seit 13 Jahren.
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in Österreich den Abstieg aus der A-Gruppe fast vermieden. Im zweiten Spiel der Abstiegsgruppe feierten die Schützlinge des umstrittenen Bundestrainers Greg Poss den ersten Sieg. Beim 9:1 (3:0,5:0,1:1) über Slowenien rehabilitierten sich die deutschen Profis mit dem höchsten WM-Erfolg seit 13 Jahren für die zuvor gezeigten Leistungen. Lediglich beim 2:2 gegen Österreich war bisher ein Punkt erkämpft worden.
Ein Punkt fehlt nochUm den Klassenerhalt sicherzustellen benötigt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) noch einen Punkt im abschließenden Spiel am Dienstag gegen Dänemark (Beginn 12:15 Uhr/live im ZDF). Doch Coach Poss warnte: «Wenn wir am Dienstag nicht punkten, ist dieser Sieg umsonst.» Der Amerikaner betonte erneut: «Es geht nicht um meine Person, sondern um die Mannschaft und den Klassenerhalt.» Vorgänger Hans Zach hatte zuvor erklärt, er würde sich Gesprächen über eine mögliche Rückkehr nicht verweigern. Poss dementierte, davon gehört zu haben: «Die Meinung von anderen Leuten interessiert mich nicht.»
Der Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes, Franz Reindl, bezeichnete die Spekulationen um Poss als Mediendiskussion und lobte die Reaktion des Teams auf die Turbulenzen. «Der Sieg erhält uns am Leben. Noch ein Punkt, dann haben wir die WM so abgeschlossen, dass wir nicht vollständig unzufrieden sind», sagte Reindl.
Am Montag erwies sich Slowenien, das gerade einmal 888 Spieler hat, als nicht A-Klassen würdig. Nach den ersten Treffern durch Marcel Goc (4.), Daniel Kreutzer und Christoph Schubert (20.) war bereits bis zur ersten Drittelpause eine Vorentscheidung gefallen. Beim 4:3-Erfolg über Dänemark hatten die Slowenen noch einen 0:3-Rückstand aufgeholt, am Montag zeigten sie sich dazu nicht in der Lage.
Fünf Tore in sechs MinutenInnerhalb von knapp sechs Minuten konnte das DEB-Team so die Treffer vier bis acht erzielen. Jan Benda (28.), Sebastian Furchner (29.), Jochen Hecht (29.), Tino Boos (32.) und erneut Goc (34.) sorgten vor den letzten 20 Minuten für einen beruhigenden Vorsprung. Dort ließen es die Deutschen dann ruhiger angehen. Tomas Martinec erzielte in der 49. Minute das 9:0, ehe Dejan Kontrec eine Minute später der Ehrentreffer für Slowenien gelang.
Allerdings musste die deutsche Mannschaft einen Rückschlag wegstecken. Michael Bakos erlitt einen Innenbandriss im linken Knie. Damit fehlt der Verteidiger aus Mannheim in der abschließenden Partie gegen Dänemark. (nz)