netzeitung.deLindemann startet gut in WM

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Stefan Lindemann (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Stefan Lindemann
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Stefan Lindemann hat mit einer guten Qualifikationskür bei der Eiskunstlauf-WM die Hoffnungen auf eine erneute Medaille genährt. Ein ordentliches WM-Debüt zeigten Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy im Paarlauf.

Mit einer kämpferischen Qualifikationskür ist der Vorjahresdritte Stefan Lindemann am Montag in Moskau in die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften gestartet. Der viermalige deutsche Meister aus Erfurt leistete sich nur kleine Fehler und liegt in der Gruppe A an zweiter Stelle.

Erwartungsgemäß setzte sich der Russe Jewgeni Pluschenko an die Spitze. Trotz Schmerzen in der Leiste ist der 22-jährige Favorit auf seinen vierten WM-Titel. Die Gruppe B gewann überraschend der Schweizer Stephane Lambiel.

Chemnitzer-Paar mit ordentlichem Debüt
Die EM-Vierten Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz zeigten bei ihrem WM-Debüt in der Paarlauf-Konkurrenz, dass sie in den nächsten Jahren ganz nach vorn laufen können. Den zweimaligen deutschen Meistern gelangen vor 4000 Zuschauern alle Sprünge, nur bei den Pirouetten waren sie nicht ganz synchron. «Heute bin ich vollkommen zufrieden und glücklich mit der Leistung«, sagte die 21 Jahre alte Ukrainerin, die vor Olympia noch auf einen deutschen Pass hofft. Die Russen Tatjana Totmianina und Maxim Marinin stehen bei ihrer Heim-WM vor der Titelverteidigung. Nach dem Kurzprogramm führen sie vor ihren Landsleuten Maria Petrowa/Alexej Tichonow und den Chinesen Xue Shen/Hongbo Zhao (China), die angeschlagen an den Start gingen.
Nadeln im Ohr
Mit zwei Akupunkturnadeln im Ohr, einem speziellen Rückengurt und einer ordentlichen Portion Kampfgeist zeigte Lindemann trotz seiner Rückenverletzung eine hochwertige Kombination. Für den Thüringer geht es im Luschniki-Palast darum, seine beiden Bronze-Medaillen bei der WM im Vorjahr und der EM im Januar in Turin zu bestätigen.

«Bei den Bedingungen, die ich im Vorfeld hatte und meinem Trainingsrückstand, kann ich sehr zufrieden sein», sagte der Zeitsoldat. Vor zwei Wochen warf ihn eine Grippe zurück, kaum in Moskau angekommen, zerrte er sich einen Muskel an der Lendenwirbelsäule. «Ich bin so gut wie schmerzfrei, aber mir fehlen die Trainingskilometer», gab er zu.

Am Ende ging die Luft aus
Zur Filmmusik von «The Big Bounce» (Der große Knall) startete Lindemann mit einer makellosen Kombination aus Vierfach- und Dreifach-Toeloop, die nicht einmal Pluschenko als Starter direkt vor ihm gebracht hatte. Mit zunehmender Dauer der 4:30-Minuten-Kür ließ der viermalige deutsche Meister nach und konnte sich beim Dreifach- Axel nicht mehr auf den Kufen halten.

«Ich habe so gut angefangen, schade, dass mir dann die Kraft gefehlt hat», meinte Lindemann, der sich besonders über die hohen Noten im künstlerischen Ausdruck freute. «Man muss sich im Eiskunstlauf einen Namen machen. Die Preisrichter scheinen sich an mich von der WM in Dortmund zu erinnern.»

Erleichtert zeigte sich auch Lindemanns Trainerin Ilona Schindler: «Für die Qualifikation war das völlig in Ordnung.» Mit 130 Punkten lief ihr Schützling immerhin sein zweitbestes Ergebnis überhaupt ein.

Smalun desolat
Seinen ersten und letzten Auftritt in der russischen Hauptstadt hatte der Oberstdorfer Silvio Smalun. Der zweimalige deutsche Meister präsentierte sich in desolater Verfassung und erreichte als 17. in Gruppe B nicht einmal das Kurzprogramm der besten 30 Läufer.

«Mit so einer Leistung hätte ich es nicht einmal verdient gehabt weiterzukommen», sagte der 25-Jährige, der nur 83,78 Zähler bekam. Nach dem Ausscheiden muss Lindemann Platz acht erreichen, damit in Turin bei Olympia 2006 zwei deutsche Läufer starten dürfen.

Honda gestürzt
Wegen seiner gesundheitlichen Probleme lief Pluschenko verhalten: Statt einer Kombination mit einem vierfachen Toeloop setzte er Dreifach-Lutz/Dreifach-Toeloop/Doppel-Rittberger aneinander. Konkurrenz bekommt er aus der Schweiz: Lampiel begeisterte und erhielt 152 Punkte.

Unglücklich endete der Auftritt des japanischen Medaillenkandidaten Takeshi Honda. Bei seinem ersten Sprung zog er sich eine Knöchelverletzung zu. (nz)