netzeitung.deErtl verpasst Bronze im Riesenslalom

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Martina Ertl (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Martina Ertl
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Martina Ertl hat bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Bormio die erste deutsche Medaille nur knapp verpasst. Anja Pärson gewann ihren zweiten Titel.

Der Deutsche Skiverband (DSV) muss weiter auf die erste Medaille bei alpinen Skiweltmeisterschaften seit 2001 warten. Am Dienstag fuhr Martina Ertl im Riesenslalom als Vierte um lediglich vier Hunderstel Sekunden in 2:14,31 Minuten an der Bronzemedaille vorbei. «So ist halt das Leben. Bei Olympischen Spielen war ich drei Mal schon Vierte. Es tut aber schon weh», so Ertl unter Tränen.

Die Athletin vom SC Lenggries war nach dem ersten Durchgang noch Sechste gewesen und war mit ihrer Aufholjagd nur knapp gescheitert. «Bei einem Weltcup wäre das sicher ein sehr gutes Ergebnis gewesenen. Aber hier ist es etwas anderes. Jetzt muss ich hier raus.»

Pärson verteidigt Titel
Dagegen konnte die Schwedin Anja Pärson bereits den zweiten WM-Titel im italienischen Bormio feiern. In 2:13,63 Minuten verwies die 23-Jährige die Finnin Tanja Poutiainen (2:13,82), die die erste Frauen-Medaille für ihr Land holte, und Julia Mancuso aus den USA (2:14,27) auf die Plätze und verteidigte ihren Titel. Annemarie Gerg (Lenggries) wurde in 2:16,86 Minuten 17.

Gar nicht am Start war Janica Kostelic. Die Doppelweltmeisterin aus Kroatien musste aufgrund einer fiebrigen Grippe absagen, Mitfavoritin Tina Maze aus Slowenien schied ebenso im ersten Durchgang aus wie die Österreicherin Michaela Dorfmeister.

Schlechte Stimmung
Im deutschen Lager herrschte Katzenjammer. «Eine Medaille wäre für uns lebensnotwendig gewesen. Das Ergebnis ist schon bitter. Es ist schwierig, das zu verdauen», sagte Cheftrainer Wolfgang Maier konsterniert. Und trotzig schob er nach: «Wir feiern Platz vier wie eine Medaille, weil´s so knapp war.» Die US-Amerikanerin Mancuso verdarb Ertl den Medaillengewinn. Die Amerikanerin, die bereits im Super-G Bronze geholt hatte, lag nach dem ersten Lauf einen Rang hinter der sechstplatzierten Deutschen, war im packenden Finale dann aber 15 Hundertstel schneller (2:14,27 Minuten).

Ertl erlebte auf der anspruchsvollen Piste «Deborah Compagnoni», auf der sie vier Wochen zuvor im Weltcup nur Rang 42 im Riesenslalom belegt hatte, ein Deja Vu der unangenehmen Art. Olympia in Lillehammer 1994 (Abfahrt), dann Olympia in Nagano 1998 (Riesenslalom, Slalom): Dreimal schon war für sie nur «Blech» bei einem Großereignis übriggeblieben.

Diese Erfahrung aber spendete der Unglücklichen diesmal auch ein wenig Trost. «In Nagano war es noch schlimmer, da war ich innerhalb von 24 Stunden zweimal Vierte.» Doch auch diesmal war es schlimm genug. «Es wäre ein Traum gewesen, bei der letzten WM eine Medaille zu gewinnen, das war meine größte Chance», sagte die Weltmeisterin in der Kombination von 2001. Unbeeindruckt von vorübergehender Formkrise und einem «Brummschädel» griff Ertl dann auch so beherzt an, dass Cheftrainer Maier versicherte: «Was Martina gezeigt hat, war das Maximum.»
(nz)