netzeitung.deMaria Riesch fiebert Comeback entgegen

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Maria Riesch. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Maria Riesch.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Maria Riesch kehrt nach vier Wochen Verletzungspause am Wochenende in den Ski-Weltcup zurück. Cheftrainer Wolfgang Maier will den ungeduldigen Jungstar in seinem Tatendrang indes etwas bremsen.

Das Comeback von Maria Riesch den alpinen Ski-Weltcup steht kurz bevor. Läuft alles wie erhofft, wird die 20-jährige aus Garmisch-Partenkirchen schon am Wochenende bei den zwei Abfahrten im französischen Val d´Isere auf die Piste gehen. Riesch war selbst überrascht, als ihr die Ärzte nach einer weiteren Röntgenuntersuchung am Montagabend in München die freudige Nachricht mitteilten. «Der Knochen schaut schon sehr viel besser aus als vor zehn Tagen. Gegenüber einer gesunden Schulter besteht zwar noch ein Risiko, aber das kann man eingehen», stellte Mannschaftsarzt Dr. Ernst-Otto Münch fest. Der Heilungsprozess sei so weit fortgeschritten, «dass man ihr zwar kein grünes, aber doch gelbes Licht geben kann.»

Am 17. November hatte sich Riesch beim Slalom-Training in Araphoe Basin/US-Bundesstaat Colorado eine Knochenabsplitterung an der linken Schulter zugezogen. Vier Wochen lang war sie zum Zuschauen verdammt, die ersten neun Weltcup-Rennen verfolgte sie nur im Fernsehen. Am frühen Dienstagmorgen packte sie zu Hause in Garmisch-Partenkirchen ihre Sachen, um sich auf den 1000 Kilometer langen Weg nach Val d´Isere zu machen.

«Freue mich riesig»
Deutschlands Junior-Sportlerin des Jahres 2004 fiebert ihrem Comeback entgegen. «Ich freue mich riesig, dass ich endlich wieder fahren darf», sagte Riesch, gab sich aber auch die nötige Zeit: «Erst mal werde ich das Training bestreiten und testen, wie die Schulter auf Skifahren unter Rennbedingungen reagiert. Sind die Schmerzen zu groß, macht ein Start keinen Sinn.»

Am Donnerstag steht auf der traditionsreichen «OK-Piste» der erste von zwei Trainingsläufen zu den Abfahrten am Samstag und Sonntag auf dem Programm. Die Strecke in Val d´Isere gilt nicht als besonders schwer, aber dennoch abwechslungsreich. Für Riesch wird der Härtetest eine Art Jungfernfahrt. Bei ihrer bisher einzigen Abfahrt auf der OK-Piste vor drei Jahren kam sie nicht ins Ziel.

Maier möchte Hektik vermeiden
Frauen-Cheftrainer Wolfgang Maier wollte denn auch die Erwartungen an sein Ausnahme-Talent nicht zu hoch schrauben. «Es geht darum, die Maria ins Wettkampfgeschehen zurückzubringen. Wir werden nicht den Fehler machen, Hektik reinzubringen. Sie fährt die zwei Trainings und dann entscheiden wir, ob sie starten kann. Macht die verletzte Schulter noch Schwierigkeiten, fährt sie die Rennen nicht», sagte der Coach und fügte hinzu: «Jetzt haben wir es fünf Wochen ohne sie ausgehalten, da werden wir eine Woche mehr auch noch überleben.»

Maria Riesch ist freilich für ihre Ungeduld bekannt und wird es allen beweisen wollen. Auch Maier ist auf die Rückkehr der «eiligen Maria» gespannt. «In der Abfahrt ist es leichter, einen Trainings-Rückstand zu kompensieren», sagt der Coach. «Die Maria ist eine Vollblut-Rennfahrerin. So eine kann schon mal gleich unter die ersten Zehn fahren.» Riesch war in der vergangenen Saison mit drei Weltcup-Siegen in drei verschiedenen Disziplinen und als Dritte im Gesamt-Weltcup die Aufsteigerin des Jahres. (nz)