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Lupe Lindemann läuft Kür seines Lebens

Eiskunstläufer Stefan Lindemann hat bei der WM-Qualifikation in Dortmund für eine Überraschung gesorgt. Der Erfurter lief eine großartige Kür.

Im Windschatten des Titelverteidigers Jewgeni Pluschenko ist Stefan Lindemann bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Dortmund in der Qualifikation die bislang beste Kür seines Lebens gelaufen. Hinter dem russischen Ex-Weltmeister und dessen Landsmann Ilja Klimkin reihte sich der deutsche Meister auf Rang drei ein und sorgte damit für einen Paukenschlag im Lager der WM-Gastgeber.
Fitze/Rex holen gewaltig auf
Am Abend legten Eva-Maria Fitze und Rico Rex im Kurzprogramm der Paare nach und fanden sich nach einer soliden Leistung auf dem elften Platz wieder. Noch bei den letztjährigen Welttitelkämpfen hatten sich die beiden Chemnitzer mit Rang 15 begnügen müssen. Rang eins ging an die Europameister Tatjana Totmianina und Maxim Marinin aus Russland,
die für ihren künstlerischen Ausdruck einmal die Traumnote 6,0 erhielten und ihre Landsleuten und Ex-Weltmeister Maria Petrowa und Alexej Tichonow sowie die Chinesen Qing Pang und Jian Tong auf die Plätze verwiesen.
Lindemann berührte das Eis
Zwar kam der Erfurter zweimal zu Fall und musste sein Schwierigkeitsrepertoire etwas reduzieren, doch der «Kleine Däumling», so das Kür-Thema, forderte mit schönem Laufstil immer wieder den Beifall seiner deutschen Fans heraus. Bis zu 5,7 Punkten zogen die Preisrichter zweifellos etwas wohlwollend für den einzigen deutschen Vertreter in der Herren-Konkurrenz.

«Das ist eine Super-Ausgangsposition für das Kurzprogramm am Dienstag», sagte der ehemalige Junioren-Weltmeister anschließend freudestrahlend. Er sei besonders stolz darauf, so der 23-Jährige, dass er nun in der Kurzkür in der Gruppe der besten sechs Athleten aufs Eis dürfe.

Soweit sind Fitze/Rex noch nicht, aber die letztjährigen deutschen Meister kamen immerhin sturzfrei durch das Kurzprogramm «Mission Impossible» und fuhren glücklich ins Publikum winkend von der Eisbahn. «Es lief besser als zuletzt im Training», schilderte die ehemalige Einzelläuferin ihre Eindrücke. Ihr Partner ergänzte: «Wir waren nicht nervöser als sonst, die Fans waren eine große Hilfe.» Abzüge gab es von den Preisrichtern für eine technisch schwache Todesspirale.

Der russische Olympia-Zweite Pluschenko war erwartungsgemäß eine Klasse für sich, spulte vor nur 1000 Zuschauern in der Westfalenhalle seine Kür nahezu fehlerfrei, aber ohne große Emotionen, ab. Dennoch setzten alle Juroren den 21-Jährigen mit Noten zwischen 5,8 und 5,9 Punkten auf den ersten Platz der Gruppe A. Pluschenko erlaubte sich bei seinem Vortrag zum Thema «St. Petersburg 300» nur einen kleinen Lapsus, als er den Salchow nur doppelt sprang. Doch nur wenige Sekunden später korrigierte er seinen Fehler mit spielerischer Leichtigkeit.

«Die EM-Niederlage habe ich längst abgehakt. Im Sport geht es immer weiter, man darf nicht zurückschauen», sagte der St. Petersburger, der mit seiner Präsentation angesichts einer weitgehend leeren Halle durchaus zufrieden war.

Bereits am Mittag hatte der kanadische Meister Emanuel Sandhu die Führung in der Gruppe B übernommen. Der aktuelle Grand-Prix-Sieger dominierte mit einer engagierten Kür und setzte sich in der Westfalenhalle vor Joubert und dem Schweizer Stephane Lambiel zunächst an die Spitze des Wettbewerbs.

Die besten 15 Läufer beider Gruppen qualifizierten sich für das Kurzprogramm. (nz)