30. Weltcupsieg im Sprint: 

netzeitung.deMinus zehn Grad können Wolf nichts anhaben

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Jenny Wolf (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jenny Wolf
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eisschnellläuferin Jenny Wolf hat auch bei klirrender Kälte ihre Klasse unter Beweis gestellt. Das Fehlen ihrer Konkurrentin Wang Beixing gibt dagegen weiter Rätsel auf.

Erst winkte sie nach ihrem Sieg freudig ins Publikum, dann zuckte Jenny Wolf wegen des Fehlens ihrer schärfsten Konkurrentin mit den Schultern: Doch auch in Abwesenheit ihrer Rivalin Wang Beixing stellte die Eisschnelllauf-Weltmeisterin aus Berlin am Samstag im eisig kalten Changchun ihre Ausnahmeklasse mit dem 30. Weltcuperfolg ihrer Karriere unter Beweis. In 38,09 Sekunden gelang der 29-Jährigen in Nordchina bei minus zehn Grad Außentemperatur der vierte Sieg im fünften 500-Meter-Rennen der Saison. Den Bahnrekord von Wang verfehlte sie damit nur um 0,07 Sekunden und siegte mit dem Riesenvorsprung von 0,62 Sekunden vor der Südkoreanerin Lee Sang-Hwa.

«Das war heute sehr einfach, weil mein Start super war. In den beiden Kurven hätte ich noch etwas besser laufen können, aber es ging insgesamt schon ganz gut», meinte die schnellste Frau der Welt auf dem Eis. Für das Fehlen Wangs, was ihr die Sache eher erleichtert als erschwert hat, hatte sie nur ein Schulterzucken übrig.

Sijtje van der Lende, die niederländische Auswahltrainerin der Chinesen, gab offiziell als Begründung an, dass sich Wang auf die National Games Anfang Januar vorbereite. Doch hinter den Kulissen wurde spekuliert, dass der chinesische Verband nicht gut auf Wang zu sprechen ist, weil sie seit Jahren in Kanada und nicht mit dem Auswahl-Team trainiert. Der seit Monaten schwelende Konflikt war nun ausgerechnet vor dem Heimweltcup in der 2,5-Millionen-Metropole, zwei Flugstunden nördlich von Peking, eskaliert.

Nach ihrem 24. Welterfolg über 500 Meter - sechs Siege landete sie über 100 Meter - steht Jenny Wolf die Tür zum vierten 500-Meter- Gesamterfolg ganz weit offen. Jenny Wolf konnte mit nun 480 Punkten ihren Vorsprung im Klassement auf die nur noch drittplatzierte Wang (340) deutlich ausbauen. «Das Eis war ein bisschen langsam und der Starter ganz schön streng. Daher gab es viele Fehlstarts. Aber am Sonntag möchte ich den Bahnrekord noch einmal angreifen», kündigte Jenny Wolf an.

Groves übernimmt Weltcup-Führung
Über 1000 Meter kam die Berlinerin Monique Angermüller als beste Deutsche in 1:19,33 Minuten auf Platz sechs und erzielte damit die viertbeste Weltcup-Platzierung ihrer Karriere nach einem vierten Platz (2005) und zwei fünften Rängen. Die kanadische 3000-Meter- Weltmeisterin Kristina Groves übernahm mit ihrem Sieg in 1:18,18 Minuten auch die Weltcup-Führung (230 Punkte) von ihrer Teamgefährtin Christina Nesbitt (200), die in China nicht am Start war. Angermüller schob sich in der Gesamtwertung auf Platz sechs nach vorn. «Das Eis war ziemlich schwer: Es war höllisch anstrengend und meine Schlussrunde nicht gerade grandios. Aber es geht schon», blieb sie bescheiden.

Über 1000 Meter der Herren verbuchte der Dresdner Frank Steiner in 1:11,91 Minuten auf Platz 13 seine bislang beste Weltcup-Platzierung und war damit schneller als der deutsche Meister Samuel Schwarz (Berlin), der auf Rang 16 kam. Der Sieg ging an den Südkoreaner Lee Kyou-Hyuk, der in 1:09,68 Minuten seinen eigenen Bahnrekord um 0,18 Sekunden verbesserte. Olympiasieger Shani Davis (USA) musste hinter Stefan Groothuis (Niederlande) mit Platz drei zufrieden sein. Die 500 Meter gewann der einheimische Yu Fengtong mit Bahnrekord von 34,97 Sekunden. (Frank Thomas, dpa)