Eishockey, Deutschland-Cup: 

netzeitung.deKanadas Legionäre revanchieren sich

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DEB-Goalie Dimitri Pätzold (l.) wirft sich Bryan Adams entgegen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe DEB-Goalie Dimitri Pätzold (l.) wirft sich Bryan Adams entgegen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Kanada hat mit einem Sieg gegen die deutsche Auswahl zum vierten Mal den Deutschland-Cup gewonnen. Für Bundestrainer Uwe Krupp war das Mini-Turnier trotz zweier Niederlagen eine gelungene Veranstaltung.

Den Deutschland-Cup erneut verpasst, aber den Härtetest für die Olympia-Qualifikation mit befriedigend bestanden: Die umformierte deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei ihrem Heimturnier wie im Vorjahr Platz drei belegt. Die Chance auf den ersten Cup-Gewinn seit 1996 vergab die DEB-Auswahl am Sonntag mit einer 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)-Niederlage gegen Kanada. Der fast nur mit DEL-Profis besetzte Vizeweltmeister wurde zum vierten Mal nach 2000, 2002 und 2005 Gesamtsieger und revanchierte sich für den 3:0-Erfolg der Deutschen am vergangenen Mittwoch beim Test in Köln.

«Es geht darum, Spieler zu testen»
«Wir wussten, dass die Kanadier nicht zweimal gegen Deutschland verlieren wollten. Sie hatten auch das gewisse bisschen Glück, das hat bei uns gefehlt», sagte Bundestrainer Uwe Krupp, zog aber eine positive Bilanz der Woche: «Die Leistung der Mannschaft spricht für sich selbst. Wir haben ein paar Optionen mehr nach diesem Turnier.» Nach dem 0:1 am Freitag gegen die Schweiz war durch das 5:2 am Samstag in Frankfurt über die Slowakei noch der dritte Gesamtsieg möglich. Dies hatte Krupp aber heruntergespielt: «Darum geht es gar nicht. Es geht darum, Spieler zu testen.»

Die Generalprobe für die Olympia-Qualifikation Anfang Februar in Hannover gibt es am 17. Dezember in Hamburg mit einem weiteren Länderspiel gegen die Schweiz. Der nächste WM-Gastgeber und deutsche Vorrundengegner konnte seinen Gesamtsieg vom Vorjahr nicht wiederholen, wurde aber Zweiter durch das 2:1 (0:0, 0:0, 1:1) nach Penaltyschießen über die sieglosen Slowaken. Die vom Frankfurter Rich Chernomaz Kanadier hatten die Eidgenossen 3:0 bezwungen.

Gut gerüstet für die Olympia-Qualifikation
In einem echten Endspiel sorgte der Wolfsburger Norm Milley (10.) vor 8525 Zuschauern für die verdiente kanadische Führung. Erst danach kam das DEB-Team besser in die Partie, ließ im zweiten Drittel aber eine 5:3-Überzahl ungenutzt. Der Nürnberger Scott King (37.) und der Mannheimer Pascal Trepanier (54.) machten alles klar, zudem überragte Lokalmatador Fred Brathwaite im Tor.

«Wir haben hier in Mannheim kein Tor geschossen, aber ein gutes Spiel abgeliefert», sagte Adler-Stürmer Michael Hackert. «Für die Olympia-Qualifikation sind wir gerüstet.» Angriffskollege Philip Gogulla aus Köln erzählte, es sei in der Kabine vor dem Spiel nur kurz über die Möglichkeit des Cup-Gewinns gesprochen worden. «Für uns war das kein Thema. Wir wollten ein gutes Eishockey-Spiel abliefern. Wir haben einen sehr ordentlichen Job gemacht», erklärte der Kölner.

Kreutzer mit eingegipster Hand
Erneut nicht dabei war Kapitän Daniel Kreutzer, der mit einer eingegipsten linken Hand am Samstag nach Düsseldorf abreiste. Sein Klub DEG Metro Stars teilte mit, eine genaue Diagnose und die Dauer des Ausfalls würden nach einer Untersuchung am Montag feststehen.

Gegen die Slowaken war Torjäger Michael Wolf nach seiner Pause zurückgekehrt und leitete den Sieg ein (4.). Außerdem trafen Gogulla (10.), Hackert (24.) und Neuling Richard Mueller (20./46.), dem schon in Köln gegen sein Geburtsland Kanada ein Doppelpack gelungen war. Auch Ex-NHL-Profi Sven Butenschön aus Mannheim überzeugte den früheren Verteidiger Krupp, der die Chancen auf die Olympia-Qualifikation auf 50:50 bezifferte und von einem Nervenspiel sprach.

Mannheim soll Austragungsort bleiben
Der Deutschland-Cup dürfte auch 2009 in Mannheim stattfinden, das neben Köln Spielort der WM 2010 ist. Sportmanager Franz Reindl vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) kündigte zügige Gespräche mit den Verantwortlichen der SAP-Arena an. Auch in Frankfurt sorgten 6200 Fans für viel bessere Atmosphäre als in den vergangenen Jahren in Hannover. Insgesamt kamen 30.000 Fans zu den sechs Turnierspielen. (dpa)