16 Teams jagen dem Puck nach:
Beginn der neuen Eiszeit
04. Sep 2008 14:38
 |  Die Eisbären Berlin sind auch in diesem Jahr wieder Titelfavorit | Foto: AP |
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In der 15. Saison erfindet sich die Deutsche Eishockey-Liga wieder einmal neu. Während es beim Spielplan kontroverse Meinungen gibt, sind sich in Sachen Meister-Kandidat alle einig.
Alles neu macht die DEL: Anderer Modus, neue Ausländerregelung und ein zusätzliches 16. Team - auch in ihrer 15. Saison bleibt die Unbeständigkeit das Markenzeichen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Die Liga wurde im zweiten Jahr in Folge aufgestockt. Diesmal kamen die Kassel Huskies neu hinzu, damit ist die Sollstärke von 16 Clubs erreicht. Die Zeit der Experimente scheint vorbei. «Ich glaube, daran werden wir erstmal festhalten», sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der Deutschen Presse-Agentur dpa vor der an diesem Donnerstag beginnenden Spielzeit.
Vier Vorrundenspiele weniger
Dennoch stieß die erneute Modus-Änderung vor allem bei den Großclubs wieder einmal auf Kritik. «Logischerweise stehe ich dem nicht positiv gegenüber. Das braucht kein Mensch», sagte Thomas Eichin. Dem Geschäftsführer der Kölner Haie ist die quälend lange Vorrunde bis zum 1. März 2009 ein Dorn im Auge. Deutliche Worte gab es auch von Düsseldorfs Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp: «Es ist bekannt, dass die DEG die Politik der DEL in vielen Punkten kritisiert. Aber unser Verband ist mit konstruktiver Kritik im Sinne unserer Fans nicht sehr belastbar.»Zwar schafften die DEL-Planer trotz der Liga-Aufstockung immerhin eine Reduzierung der Vorrunden-Spiele von 56 auf «nur» noch 52. Doch das System, nachdem die Clubs nur noch gegen elf Mitstreiter viermal antreten, ist so kompliziert, dass kaum ein Fan es versteht. «Vielleicht sollten wir die Regelung einmal ins Internet stellen, dann wird das Verfahren transparenter», formulierte Schmellenkamp spitz.
Eisbären sind wieder Favorit
Zumindest die Eisbären Berlin sind zufrieden. «52 Spiele ist perfekt, das ist für jeden machbar», befand Berlins Manager Peter- John Lee, der die neue Eiszeit kaum erwarten kann. «Ich bin heiß auf die Saison», sagte Lee vor der Ouvertüre der Berliner an diesem Donnerstag beim Vizemeister Köln (19.30 Uhr/Premiere).Der dreifache Champion der vergangenen vier Jahre ist wieder Favorit. 13 der 16 DEL-Trainer tippen auf eine Titelverteidigung Berlins. Lee denkt gar nicht daran, die Erwartungen zu dämpfen: «Unser Ziel ist es jedes Jahr, Meister zu werden.» Der um eine halbe Million auf 7,5 Millionen Euro erhöhte Etat wird nur noch von den Adler Mannheim (8 Millionen Euro) übertroffen. Die Adler gelten auch als Berlins größter Konkurrent. Mitfavoriten sind die neben Mannheim und Berlin finanzstärksten Clubs aus Köln (Etat: 6,8 Millionen Euro) und Düsseldorf (7,1). Insgesamt schraubten die nun 16 Teams ihre kalkulierten Umsätze auf die Rekordmarke von 86,1 Millionen Euro.
Spektakuläre Neuverpflichtungen
Dadurch haben auch einige spektakuläre Neuverpflichtungen den Weg in die DEL gefunden. Allen voran NHL-Veteran Mike Johnson, der nach 661 Partien in der besten Liga der Welt nach Köln wechselte. Auch die Torhüter Fred Brathwaite (Mannheim) und Frederic Cassivi (Nürnberg) sowie Stürmer Yves Sarault (Ingolstadt) versprechen Qualität.«Wir werden spannende und interessante Spiele sehen. Nur Berlin ist etwas voraus», sagte Düsseldorfs Manager Lance Nethery nach den Transferaktivitäten. Bei allen Investitionen der Konkurrenz kommt den Eisbären die neue Ausländerregelung entgegen, die nur noch zehn Legionäre pro Team und Spiel erlaubt. Berlin sieht sich durch die eigene intensive Nachwuchsförderung im Vorteil. «Wir sind schon im vergangenen Jahr mit weniger Ausländern als erlaubt Meister geworden und haben gutes Eishockey gespielt», sagte Lee, der sich auch auf eine neue schmucke Heimstätte freuen kann.
Champions League in der O2-World
In der 14.200 Zuschauer fassenden O2-World wird den Besuchern von Oktober an auch europäisches Spitzen-Eishockey in der erstmals ausgetragenen Champions League präsentiert. Die Eisbären haben als Meister zumindest die Antrittsprämie in Höhe von 300.000 Euro schon sicher. Der Vorjahres-Hauptrundensieger Nürnberg muss sich in knapp zehn Tagen erst noch qualifizieren. (Carsten Lappe, dpa)