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Eishockey-WM: 

DEB-Team überzeugt trotz Niederlage

04. Mai 2008 12:53
Dimitri Pätzold (r.) klärt gegen Finnlands Teemu Selanne
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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat ihr Auftaktspiel bei der WM in Kanada gegen Finnland erwartungsgemäß verloren. Dennoch ließen Bundestrainer Uwe Krupp und seine Spieler die Köpfe nicht hängen.

Geknickte Verlierer sehen anders aus: Auch die höchste WM-Auftaktpleite seit 13 Jahren mit dem 1:5 (0:0, 1:2, 0:3) gegen Finnland konnte die Stimmung der deutschen Eishockey- Recken vor dem zweiten Vorrundenspiel gegen die Slowakei (Dienstag/ 01.15 Uhr/DSF) nicht verderben. «Hängende Köpfe würde es bei einem 1:5 gegen Norwegen geben», sagte Torschütze Florian Busch in Halifax. Die Norweger, gegen die es in der Nacht zum Donnerstag um den vorzeitigen Klassenverbleib geht, verloren am Samstagabend ebenfalls 1:5 (0:1, 1:2, 0:2) gegen die Slowaken.

Schubert bester Spieler

Da hatte sich die Enttäuschung bei der Mannschaft von Bundestrainer Uwe Krupp schon längst gelegt. Der Coach sprach von einem guten Test und einer Messlatte für die nächste Partie in Kanada. Pechvogel Christoph Schubert konnte ebenfalls schon wieder lächeln. «Die Scheibe ist fast stehen geblieben. Da war Wasser auf dem Eis», erzählte der NHL-Profi der Ottawa Senators über sein Missgeschick, das bei deutscher Überzahl zum 1:3 durch Mikko Koivu (41.) führte.

Davon hatte sich das deutsche Team nicht mehr erholt, das in schwarzen Retro-Trikots von Olympia 1932 angetreten war. «Es tut mir wahnsinnig leid für die Mannschaft. Kopf hoch, es geht weiter», sagte Schubert, den 200 deutsche Fans im Halifax Metro Centre unverdrossen feierten. Trotz seines verhängnisvollen Puckverlustes gegen den starken Mitfavoriten Finnland war er als bester deutscher Spieler ausgezeichnet worden.

Busch an der Seite von Sturm

Hannes Hyvönen (43.) und Teemu Selänne (53.) ließen weitere Gegentreffer folgen, nachdem Mikko Koivu (22.) und Olli Jokinen (28.) den Vizeweltmeister in Überzahl in Führung gebracht hatten. Busch (33.) ließ mit seinem Anschlusstreffer zum 1:2 noch einmal kurz Hoffnung aufkommen. Der Berliner, der am 6. März eine Dopingprobe verweigert hatte, hatte erst am Samstag offiziell seine Spielgenehmigung für die WM durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) erhalten. Busch erfuhr vor dem Spiel aber nichts davon.

Der 23-Jährige spielte im Angriff an der Seite von NHL-Star Marco Sturm, der eine solide Leistung bot. «Wir haben in den ersten 40 Minuten ganz gut gespielt», der gelassen wirkende Kapitän Sturm. Er kritisierte die zu vielen Strafminuten.

Nächster Gegner: Slowakei

Der Slowakei wird Sturms hünenhafter Verteidiger-Kollege Zdeno Chara aus Boston fehlen. Auch etliche Top-Stürmer aus der NHL sind beim Ex-Weltmeister nicht dabei. Vor einem Jahr in Moskau hatte es für die deutsche Mannschaft nach der knappen 2:3-Auftaktniederlage gegen Rekordchampion Kanada ein 1:5 gegen den damals prominent besetzten Titelträger von 2002 gegeben.

Die vergangenen Vergleiche in Europa, wo die Stars aus Nordamerika nicht dabei waren, gewann das DEB-Team. Beim Deutschland-Cup in Hannover gelang im vorigen November ein 5:3, beim Turnier in Lausanne folgte im Februar ein 4:1. Krupp misst diesen Ergebnissen und den Absagen der Stars keine große Bedeutung bei: «Das muss nicht unbedingt ein Vorteil sein. Sie sind eine Top-Sechs-Nation und werden mit einer anderen Einstellung spielen als bei den europäischen Turnieren.» Zum Aufgebot gehörten der Kölner Torjäger Ivan Ciernik und der frühere Frankfurter Peter Podhradsky, der zum Endstand gegen Norwegen traf.

Weißrussland als unmittelbarer deutscher Konkurrent um die direkte Olympia-Qualifikation verpasste nur knapp die erste WM-Überraschung. Der Weltranglisten-Neunte verlor trotz dreimaliger Führung in Québec 5:6 (1:2, 3:2, 1:2) gegen den ersatzgeschwächten Olympiasieger Schweden. Außerdem gewann in der Gruppe D die Schweiz im Nachbarschafts-Derby 4:1 (2:0, 1:1, 1:0) gegen Aufsteiger Frankreich. (Robert Semmler, dpa)

 
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