Eishockey-WM:
Sturm führt DEB-Team an
Sturm gab die Linie gegen Vizeweltmeister Finnland vor: «Wir müssen defensiv gut spielen und keine blöden Strafzeiten bekommen. Wenn wir einen guten Start haben, können wir vielleicht für ein bisschen Unruhe sorgen.» Nach dem 1:3 und dem 0:4 in den Testspielen vor drei Wochen hofft der Bundestrainer zwar auf eine leichte Unterschätzung seiner Mannschaft, die im Vorjahr zum Auftakt gegen Kanada beim 2:3 nur knapp eine Überraschung verpasst hatte. Doch Krupp zählt die Finnen zu den fünf bis sechs Titelanwärtern. «Wir müssen wir kompakt spielen und einen offenen Schlagabtausch vermeiden», verlangte Krupp.
Fast ins Hotel stolpern können die deutschen Spieler, falls sie der mitunter noch sehr kalte Wind nicht wegpustet. Vom Halifax Metro Centre in der hier und da kolonial geprägten Altstadt am Atlantik dauert es zu Fuß keine fünf Minuten bis zum eigenen Zimmer - ganz anders also als in der Mega-City Moskau, wo vor Jahresfrist schon jede Trainingseinheit mit einer mindestens jeweils halbstündigen Hin- und Rückfahrt verbunden war. Übersichtlicher ist in Halifax also nicht nur die Eisfläche im 10 595 Fans fassenden Metro Centre, das mit seiner Ausstattung 70er-Jahre-Charme versprüht.
Als kleiner Motivations-Trick könnten besondere Trikots dienen. Jede der 16 Mannschaften tritt zum 100. Geburtstag des Eishockey- Weltverbandes IIHF einmal im Retro-Look an. Die Deutschen haben das Uralt-Design von 1932 gewählt, in dem die damalige Auswahl in Lake Placid die erste von zwei deutschen Olympia-Bronzemedaillen gewann. Die schwarzen Trikots mit weißen Streifen wurden bei einem speziellen Training am Donnerstag noch geschont. Zur Ablenkung, aber auch zur Stärkung des Teamgeistes ließ Krupp im Wald den Trendsport Paintball spielen, bei dem zwei Teams aus Luftdruckwaffen mit Farbkugeln aufeinander schießen - das DEB-Team hatte seinen Spaß. (Robert Semmler, dpa)

