Trotz Rückspiel-Sieg in Russland:
Bayer scheidet «anständig» aus
10.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das kaum noch erhoffte «Wunder von der Newa» war zumindest wieder einen Gedanken wert, als Bulykin die bis zur Schlussminute engagiert auftretenden Gäste überraschend in Führung brachte. Immerhin schon fünfmal hatte Bayer in seiner Vereinsgeschichte mindestens vier Tore in einem Europacup-Auswärtsspiel erzielt. «Wir spielen mit einer sehr guten Elf», hatte Skibbe vor dem Duell des Bundesliga-Sechsten mit dem Neunten der russischen Liga fast etwas trotzig gesagt. Dabei traten die Gäste ohne sechs etatmäßige Stammspieler an: Der verletzte Schweizer Tranquillo Barnetta (Rippenprellung) fuhr gar nicht erst mit in die Stadt an der Newa; außerdem fehlten in der Startelf Manuel Friedrich, Simon Rolfes, Theofanis Gekas, Stefan Kießling und Sergej Barbarez.
Zenit reichte im 50. Europapokalspiel seiner Vereinsgeschichte eine mittelmäßige Leistung für den Einzug ins Halbfinale. Erst nach der Halbzeit konnte sich die Mannschaft von Trainer Dick Advocaat steigern, aber ihre Fans kaum überzeugen. Allerdings hatte Adler Glück, als Igor Denisow nur den Außenpfosten traf (68.).
Vor drei Jahren hatte der Hauptstadt-Rivale ZSKA Moskau den Uefa-Pokal erobert, die Kicker aus der Millionen-Metropole St. Petersburg haben durchaus das Potenzial, den Cup wieder nach Russland zu holen. In der Runde der besten 32 Teams wurde der FC Villarreal ausgeschaltet, im Achtelfinale mit Olympipique Marseille ein weiterer europäischer Spitzenklub.
Zenit St. Petersburg - Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)
Zenit St. Petersburg: Malafejew - Anjukow, Schirokow, Krizanac, Sirl - Denisow, Tymoschuk, Zyrijanow - Arschawin, Faysulin (87. Radimow) - Pogrebnjak
Bayer Leverkusen: Adler - Castro, Callsen-Bracker, Haggui, Sarpei - Sinkiewicz, Schwegler (59. Rolfes) - Freier (68. Kießling), Schneider, Dum (75. Gekas) - Bulykin
Schiedsrichter: Gonzalez (Spanien), Zuschauer: 21 000
Tore: 0:1 Bulykin (18.)
Besonderes Vorkommnis: Tymoschuk (Zenit St. Petersburg) scheitert mit Foulelfmeter an Adler (85.)
Gelbe Karten: - / Sinkiewicz, Freier, Castro (dpa)

