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Uefa-Pokal Achtelfinale: 

HSV ausgeschieden, Stevens angeschlagen

13. Mrz 2008 13:45
Lautstark im Regen: HSV-Coach Huub Stevens
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Auf das Ausscheiden im Uefa-Cup gegen Bayer Leverkusen hat HSV-Coach Huub Stevens wieder einmal kratzbürstig reagiert. Dabei stehen gerade die Fragen nach der Aufstellung und der mißlungenen ersten Hälfte im Raum.

Mit einem Titel wollte sich Huub Stevens aus Hamburg verabschieden. Nach dem Aus im nationalen Pokal und jetzt auch im Uefa-Cup stehen die Chancen dafür mehr als schlecht. Vielleicht zeigte sich der Niederländer deshalb als schlechter Verlierer und ließ jegliche Souveränität vermissen.

Aus Enttäuschung über das unglückliche Achtelfinal-Aus gegen Bayer Leverkusen nach einem hochspannenden Uefa-Pokal-Abend holte der Trainer des Hamburger SV zur Medienschelte aus, lobte sein Team aber über alle Maßen: «Wenn ich schon lese: Frust oder Freude? Es kann kein Frust aufkommen nach so einem Spiel, ich muss meinen Spielern ein großes Kompliment machen», polterte der ungehaltene Niederländer, der sich in der Endphase des 3:2-Sieges (Hinspiel 0:1) sogar mit dem Schiedsrichter-Assistenten angelegt hatte, so dass Sportchef Dietmar Beiersdorfer dazwischen gehen musste.

Nur «Sympathiepunkte» reichen nicht

Die Frustration über die geplatzten Titel-Träume, die Klubchef Bernd Hoffmann formuliert hatte, saß bei allen tief. «Das ist ärgerlich und unverdient», sagte Hoffmann, der sich zugleich an das Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal trotz starker Vorstellung in Wolfsburg erinnert fühlte: «Wir sammeln derzeit überall Sympathiepunkte.»

Sympathisch wollte Stevens nun gar nicht rüberkommen. Nach seinem Wutanfall in der Pressekonferenz traute sich keiner mehr, die Frage nach seiner Taktik zu stellen, die in Halbzeit eins alles andere als aufgegangen war. Überraschend hatte er Piotr Trochowski auf die Bank gesetzt und den 19-jährigen Belgier Vadis Odjidja-Ofoe aufgeboten, abgesichert auf der rechten Seite durch den unerfahrenen Miso Brecko. Erst als Trochowski den überforderten Odjidja-Ofoe ablöste, wendete sich das Blatt - zu spät. Richtig Glück hatten die Hamburger noch, dass ein Ellenbogen-Check von Paolo Guerrero nicht geahndet wurde.

«Ich träume vom Finale»

Zum stillen Genießer wurde der routinierte Sergej Barbarez, der mit dem wichtigen Treffer (18. Minute) zum 0:1 seine alte Liebe Hamburg schockte. Der 36-Jährige mochte kaum jubeln, hielt sich die Hand vor die Augen und sagte später: «Ich wollte hier nicht den Kasper machen, die Leute haben Respekt verdient.» Die Genugtuung über den Beweis seiner Klasse, die man in Hamburg nach sechs Jahren nicht mehr gewürdigt hatte, wird dennoch groß gewesen sein. Da wagte er sogar einen Ausblick in die Zukunft: «Ich träume vom Finale.» Wer den starken HSV ausschalte, könne weit kommen.

Weit kommen könnte auch René Adler, der einmal mehr seine Fähigkeiten unter Beweis stellte und in der hektischen Schlussphase ein viertes HSV-Tor verhinderte. Seine Chancen, überraschend noch als dritter Torhüter mit der Nationalmannschaft zur Europameisterschaft zu fahren, werden damit nicht gesunken sein.

«Wir sind über die Ziellinie getaumelt»

Euphorische Töne waren im Bayer-Lager jedoch kaum zu hören. «Wir sind über die Ziellinie getaumelt», gab Coach Michael Skibbe zu, der die Ängstlichkeit seiner Spieler nicht verstehen konnte. «Ich habe keine Erklärung, wir haben dem Gegner zuletzt 80 Meter Spielfeld überlassen.» Als Gegner im Viertelfinale wolle man auf keinen Fall erneut gegen einen deutschen Gegner antreten, schon gar nicht gegen Bayern München. Zum Feiern sollte ein «Fläschchen Bier im Bus» reichen, denn die Mannschaft der Stunde will nun auch in der Bundesliga am nur einen Punkt besseren HSV vorbeiziehen.

(nz/dpa)

 
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