UI-Cup gegen Saturn Ramenskoje:
Stuttgart quält sich eine Runde weiter
27. Jul 2008 21:04
 |  Wenn Künstler kämpfen: Jan Simak (r.) einsatzstark | Foto: dpa |
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Nach der 0:1-Hinspielniederlage gegen das russische Team Saturn Ramenskoje musste der VfB Stuttgart unbedingt gewinnen. Die Schwaben zeigten jedoch über weite Strecken eine erschreckend schwache Leistung.
Der VfB Stuttgart ist nach großen Anlaufschwierigkeiten in die zweite Qualifikationsrunde des Uefa-Pokals eingezogen. Im «Nachsitzen» bezwang der müde wirkende Bundesligist im UI-Cup-Rückspiel den FK Saturn Ramenskoje 3:0 (1:0, 0:0) nach Verlängerung und wahrte damit seine Chance, in der neuen Saison auf der europäischen Fußballbühne mitwirken zu dürfen. Jan Simak mit einem direkt verwandelten Freistoß (83. Minute) und Ciprian Marica mit einem Doppelschlag (108. und 109.) in der Verlängerung verhinderten nach der 0:1-Hinspiel-Niederlage ein peinliches Ausscheiden.
Doppeltorschütze Marica
«Ich bin sehr glücklich für die Mannschaft, dass ich ihr helfen konnte. Und ich bin sehr froh über meine beiden Tore. Wir wollen unbedingt im Europapokal spielen», sagte Matchwinner Marica. Auch der zweite Torschütze zeigte sich zufrieden. «Es war nicht einfach. Wir waren ein bisschen nervös. Aber wir haben an uns geglaubt», bemerkte Simak. «Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir haben lange Zeit gebraucht, dass wir das Bollwerk geknackt haben», sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt.
Die erst aus dem Trainingslager zurückgekehrten Schwaben konnten bei drückender Schwüle vor 12.600 Zuschauern im Daimler-Stadion trotz des am Schluss deutlichen Sieges nie richtig überzeugen. Bis zum Start der Punktspielrunde steht Trainer Armin Veh noch viel Arbeit bevor.
Noch ohne die EM-Fahrer
Wie angekündigt, verzichtete Veh auf die drei Vize-Europameister Mario Gomez, Thomas Hitzlsperger und Torhüter Jens Lehmann sowie den niederländischen Nationalspieler und Neuzugang Khalid Boulahrouz, die erst vor kurzem zur Mannschaft gestoßen sind. Zudem bot er in Marica überraschend nur eine echte Spitze auf, da Cacau wegen seiner Adduktorenprobleme doch nicht fit war.
Die Umstellung auf ein 4-1-4-1-System wirkte sich negativ auf die Offensivstärke der Schwaben aus. Zwar spielten sie im ersten Durchgang gegen die primär auf Defensive bedachten Russen ansatzweise gefällig, konnten sich aber keine zwingenden Chancen erarbeiten. Marica (15.) schoss aus der Drehung am Tor vorbei und Pavel Pardos gefährlichen Flatterball aus 30 Metern lenkte Saturn-Schlussmann Antonin Kinsky mit den Fingerspitzen über die Latte (44.). Bei der einzigen Möglichkeit der Gäste durch Roman Worobjow war der erneut eingesetzte VfB-Keeper Alexander Stolz auf dem Posten (42.).
Junger Stürmer
Nach dem Wechsel verstärke Veh den Angriff und brachte Nachwuchsstürmer Manuel Fischer (52.). Viel zwingender wurden die VfB-Aktionen dennoch nicht. Die Stuttgarter fanden kein adäquates Mittel gegen das stabile Bollwerk des russischen Tabellenzwölften. Ramenskoje verteidigte geschickt, profitierte aber auch von der nachlassenden Konzentration der zunehmend müder werdenden Platzherren, die teilweise katastrophale Fehlpässe produzierten.
Sami Khedira verpasste die große Chance zum 1:0 (74.), als er nach einer Flanke von Ludovic Magnin einen Schritt zu spät kam. Neuzugang Simak rettete mit seinem ersten Pflichtspieltor, einem direkt verwandelten Freistoß, den VfB jedoch in die Verlängerung. Der bis dahin blass gebliebene Marica machte innerhalb von zwei Minuten alles klar: Erst köpfte der Rumäne das 2:0, dann «staubte» er in Mittelstürmermanier zum 3:0 ab.
Fakten zum Spiel
VfB Stuttgart: Stolz - Osorio (52. Khedeira), Tasci, Delpierre, Magnin - Pardo - Hilbert, Simak, Bastürk (74. Lanig), Boka (52. Fischer) - MaricaSaturn Ramenskoje: Kinsky - Angbwa, Zelao, Gussin, Jewsejew - Worobjow (53. Jeremenko) - Igonin, Iwanow, Karjaka (87. Loskow), Nemow - Topic (77. Kiritschenko)
Schiedsrichter: Gonzàlez Vázques. Zuschauer: 12.600. Tore: 1:0 Simak (83.), 2:0 Marica (108.), 3:0 Marica (110.). Gelbe Karten: Delpierre, Simak / Zelao, Igonin, Karjaka, Jewsejew.
(dpa)