Böse Klatsche in St. Petersburg:
FC Bayern geht im Uefa-Pokal unter
01. Mai 2008 20:19, ergänzt 23:33
 |  Der Anfang vom Ende: Pavel Pogrebnyak (2.v.l.) trifft zum 1:0 | Foto: dpa |
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Der Traum des FC Bayern München, in dieser Saison drei Titel zu holen, ist in Russland jäh zerstört worden. Wie schon Bayer Leverkusen erlebte auch der deutsche Rekordmeister gegen Zenit St. Petersburg ein Debakel.
Zenit St. Petersburg hat nach Bayer Leverkusen mit Bayern München den zweiten Bundesligisten in Folge aus dem Uefa-Pokal geworfen. Im Halbfinal-Rückspiel nahm der amtierende russische den designierten deutschen Meister vollkommen verdient mit 4:0 (2:0) auseinander und trifft und nun im Endspiel am 14. Mai auf die Glasgow Rangers. Der FC Bayern hingegen verpasst durch die höchste Niederlage seit 1994 den dritten Titel in dieser Saison und muss sich mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und des DFB-Pokals trösten. Besonders bitter war der Abend für Torhüter Oliver Kahn, der sich mit einer der größten Blamagen seiner Karriere von der europäischen Bühne verabschiedete. Bei den Treffern von Pavel Pogrebnyak (4., 73.), Konstantin Zyrianov (38.) und Viktor Fayzulin (54.) hatte der 38-Jährige keine Abwehrmöglichkeit.
Frühe Führung für Zenit
Die Partie vor 21.500 Zuschauern im ausverkauften Petrowski-Stadion begann unglücklich für die Bayern. Erst klärte Roman Shirokov einen Schuss von Klose auf der Linie (2.), auf der anderen Seite landete der erste Ball, der auf den Kasten von Oliver Kahn kam, im Tor. Ein Freistoß von Pogrebnyak fand seinen Weg durch die schlecht postierte Mauer und schlug zur frühen Führung ein (4.). Nachdem sich die Münchner von dieser kalten Dusche erholt hatten, bestimmten sie das Geschehen und hatten durch Ribéry (19.) und Luca Toni (26.) Möglichkeiten zum Ausgleich. Allerdings wirkte der DFB-Pokalsieger in der Defensive nicht sattelfest. Als Anyukov völlig frei im Strafraum an den Ball kam, musste Kahn Kopf und Kragen riskieren, um den zweiten Gegentreffer zu verhindern (21.). Kurz vor dem Seitenwechsel schlugen die Russen, denen das Fehlen der gesperrten Leistungsträger Arshavin und Sirl nicht anzumerken war, zum zweiten Mal zu: Zyrianov narrte Zé Roberto und van Bommel und netzte aus zwölf Metern alleinstehend ein (39.).
Pogrebnyak trifft doppelt und fehlt im Finale
Angesichts des Pausenstandes musste Ottmar Hitzfeld reagieren. Der Bayern-Coach brachte zu Beginn des zweiten Abschnitts mit Lukas Podolski einen dritten Stürmer. Der leitete prompt die zweite Riesenchance für Toni ein, doch der Italiener scheiterte an Zenit-Keeper Malafeev (49.). Das anschließende Powerplay des FC Bayern wurde jedoch jäh unterbrochen, als Fayzulin einen schnellen Gegenangriff eiskalt zum entscheidenden 3:0 abschloss (54.). Die geschockten Gäste bemühten sich danach zwar redlich um einen Anschlusstreffer, doch Zenit agierte nun von Minute zu Minute souveräner. In der Deckung sicher stehend, zog die Mannschaft von Trainer Dick Advocaat wie schon im Viertelfinal-Hinspiel bei Bayer Leverkusen ein spektakuläres Konterspiel auf. Der zweite Treffer von Pogrebnyak, bei dem die Bayern-Abwehr komplett die Arbeit verweigerte, war die zwangsläufige Folge (73.). Bitter für den besten Zenit-Stürmer war die Gelbe Karte kurz darauf, durch die Pogrebnyak im Finale fehlen wird.
Die Fakten des Spiels:
Zenit St. Petersburg: Malafeev - Gorschkov, Shirokov, Krizanac, Anjukov - Denisov (90.+2 Ionov), Timoschtschuk, Syrianov - Dominguez (89. Lee), Faysulin - Pogrebnyak Bayern München: Kahn - Lahm, Lucio, Demichelis, Jansen (46. Lell) - Schweinsteiger, van Bommel, Zé Roberto (46. Podolski), Ribéry - Klose (62. Sosa), Toni
Schiedsrichter: Øvrebø (Norwegen)
Zuschauer: 21.500
Tore: 1:0 Pogrebnyak (4.), 2:0 Syrianov (39.), 3:0 Faysulin (53.), 4:0 Pogrebnyak (73.)
Gelbe Karten: Pogrebnyak / Lell, Toni
(nz)