Rendite durch Investitionen:
FC Bayern auch ohne Champions League profitabel
01. Mai 2008 13:54
 |  Finanzakrobaten: Rummenigge (l.) und Hoeneß | Foto: dpa |
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Schon vor Abschluss der überaus erfolgreichen Saison kann beim Rekordmeister ein positives Fazit gezogen werden. Auch den internationalen Vergleich muss der FC Bayern nicht scheuen.
Auch ohne die Teilnahme an der Champions League wird der FC Bayern München seine Einnahmen in diesem Jahr erneut steigern und trotz der Rekordausgaben für teure Spieler wie Franck Ribéry, Luca Toni oder Miroslav Klose schwarze Zahlen schreiben.
«Die hohen Investitionen haben große Rendite gebracht», berichtete der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Vorfeld des Uefa-Pokal-Halbfinalspiels des deutschen Rekordmeisters am Donnerstag bei Zenit St. Petersburg. «Wir werden einen Umsatzrekord erzielen, wir machen weiter Gewinne, wir sind weiter profitabel», sagte Rummenigge.
Königsklasse brachte 40 Millionen
In der Saison 2006/07 hatte der Branchenführer des deutschen Fußballs einen Rekordumsatz von 225,8 Millionen Euro erzielt. Der operative Gewinn belief sich auf 53,5 Millionen Euro, nach Steuern wurden 18,9 Millionen Euro ausgewiesen. Die voraussichtlichen Zahlen für das noch laufende Geschäftsjahr 2007/08 nannte Rummenigge nicht. In der Champions League, die der FC Bayern im Vorjahr als Tabellenvierter der Bundesliga erstmals seit zehn Jahren verpasst hatte, hatten die Münchner in der Spielzeit 06/07 rund 40 Millionen Euro eingenommen. Als Viertelfinal-Teilnehmer kassierten die Bayern damals 28,732 Millionen Euro an Prämien und aus dem Marktpool von der Europäischen Fußball-Union. Hinzu kamen die Eintrittsgelder aus insgesamt fünf Heimspielen.
Fernsehgelder und Zuschauer-Einnahmen
Den Ausfall der Champions-League-Einnahmen konnte der designierte deutsche Meister mit seinem hervorragenden Abschneiden im deutlich weniger lukrativen Uefa-Pokal weitgehend kompensieren. Bei einer Finalteilnahme, um welche die Bayern in St. Petersburg kämpften, könnten sie trotz der viel geringeren Uefa-Prämien wohl auch in diesem Wettbewerb um die 30 Millionen Euro verdienen. Entscheidend dafür ist, dass der Verein seine Heimspiele bis einschließlich Achtelfinale selbst vermarkten durfte und damit dem Vernehmen nach sehr erfolgreich war. Mit den Fernsehgeldern und den Zuschauer-Einnahmen aus den insgesamt sieben Heimspielen in der fast immer ausverkauften Allianz Arena dürfte der FC Bayern mehr als 20 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Die Prämien fallen im Uefa-Cup im Vergleich zur Champions League bescheiden aus: Selbst der letztjährige Titelgewinner FC Sevilla kassierte nur 6,251 Millionen Euro.
Hoeneß hofft auf neue Geldgeber
Nach dem erfolgreichen Abschneiden in dieser Saison hofft Bayern- Manager Uli Hoeneß auf «einige neue Sponsoren». Wie gesund der Verein wirtschaftet, belegt auch die neueste Bonitätstabelle der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Dort führt der FC Bayern in Deutschland mit einem Bonitätsindex von 1,38. «Ein Wert von 1,38 ist auch im gesamtwirtschaftlichen Umfeld ein absolutes First-Class- Ergebnis», sagte Creditreform-Vorstand Helmut Rödl der «Süddeutschen Zeitung». Der FC Bayern habe «mutig, aber auch kalkuliert» investiert. Das Investment in Spieler wie Luca Toni und Franck Ribéry zahle sich «voll aus», denn deren Marktwerte seien im Vergleich zum vorigen Sommer noch gestiegen.
Krösus Manchester United
Auch international steht der FC Bayern gut da. Laut einer vom US- Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlichten Liste ist der deutsche Rekordmeister mit einem Wert von umgerechnet 590 Millionen Euro der fünftwertvollste Verein der Welt, im vergangenen Jahr rangierten die Münchener allerdings noch an vierter Stelle.An Champions-League- Finalist Manchester United reichen die Bayern aber nicht heran. ManU liegt mit 1,159 Milliarden Euro erneut an der Spitze dieser Wertung. (nz/dpa)