29.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
EPO.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein Dopingskandal belastet die Vorbereitungen der Radsport-Welt auf die Tour de France. Die Zeitung «El País» identifizierte nun 58 involvierte Dopingsünder, von denen einige der Weltspitze angehören.
Fünf Wochen nach der Aufdeckung des Dopingskandals in Spanien haben die Ermittler die 58 angeblich verwickelten Radprofis nach Informationen der Zeitung «El País» identifiziert. In einem 500 Seiten starken Bericht der Guardia Civil würden die Sportler namentlich genannt, schrieb das Blatt am Donnerstag. Auch die gegen sie vorliegenden Indizien seien darin aufgelistet. Unter den in dem Dokument erwähnten Radprofis seien viele Ausländer, einige von ihnen gehörten der Weltspitze an.
Ullrich unter VerdachtDer Bericht solle dem spanischen Sportminister Jaime Lissavetzky übergeben werden, der sich an diesem Freitag mit Blick auf die am Samstag in Straßburg beginnende Tour de France mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Francois Lamour treffen wolle. Unter Berufung auf den Ermittlungsbericht hatte «El País» auch Jan Ullrich und seinen Betreuer Rudy Pevenage in Zusammenhang mit der Doping-Affäre um die Mediziner Eufemiano Fuentes und José Luis Merino Batres gebracht. Die beiden Ärzte sollen Sportler in großem Stil mit präparierten Blutkonserven und anderen verbotenen Mitteln versorgt haben.
Auch in dem nun vorbereiteten Bericht der Guardia Civil werde eine mutmaßliche Verwicklung Ullrichs erwähnt. Allerdings schließen die Ermittler laut «El País» nicht aus, dass es sich bei einem der von dem Doping-Ring benutzen Codenamen «um einen anderen Jan» handeln könnte. Ullrich und Pevenage haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft will derweil erreichen, dass der zuständige Untersuchungsrichter die Informationssperre in dem Fall aufhebt. Der Richter selbst ermittele zudem, wer «El País» die Informationen gesteckt habe, hieß es weiter. (nz)