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Fed-Cup in Argentinien: 

Deutschland blamiert sich

28. Apr 2008 14:51
Traurig in Argentinien: Sabine Lisicki
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Die fetten Jahre im deutschen Damentennis sind lange vorbei. Auch gegen absolute Nobodys der Tennisszene kann das Fed-Cup-Team nicht gewinnen.

Martina Müller, Sabine Lisicki und Angelique Kerber wollten nichts wie weg aus Buenos Aires. Noch am Sonntagabend packten die drei deutschen Tennisspielerinnen nach der 2:3-Niederlage im Fed-Cup-Duell gegen Argentinien ihre Sachen und flüchteten aus der argentinischen Hauptstadt. Wie schon vor zwei Jahren nach der Pleite in China muss das Team des Deutschen Tennis Bundes (DTB) nach nur einem Jahr in der Weltgruppe der besten acht Nationen erneut den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

«Es fehlt die Konstanz, es ist leider ein ständiges Auf und Ab», sagte DTB-Präsident Georg von Waldenfels am Montag. «Es ist schade für das ganze Damen-Tennis in Deutschland.» Bundestrainerin Barbara Rittner blieb noch einen Tag länger in Buenos Aires und zerbrach sich den Kopf über die Gründe der zumindest in dieser Deutlichkeit unerwarteten Niederlage - und mögliche Konsequenzen. «Mit Blick auf die Fed-Cup-Saison 2009 haben die jungen Spielerinnen nun ein Jahr Zeit, um sich weiterzuentwickeln, und alle anderen, um sich zu empfehlen», sagte die bitter enttäuschte Rittner.

Komplett neue Mannschaft

Erneut musste die Teamchefin ihre Mannschaft im Vergleich zur Erstrunden-Niederlage in den USA Anfang Februar komplett umkrempeln. Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn/22) fehlte wegen Formschwäche, Tatjana Malek (Bad Saulgau/20) und Julia Görges (Bad Oldesloe/19) wegen Krankheit bzw. Verletzung.

Lichtblick: Martina Müller

Auch Andrea Petkovic (Darmstadt/20) konnte wegen ihres Kreuzbandrisses die Reise nach Südamerika nicht antreten. Von den Nominierten erfüllte auf dem tiefen und langsamen Sand im «Pilara Tenis Club» nur Martina Müller (Hannover/25), die erstmals seit zwei Jahren und dem Streit mit Rittner und dem DTB wieder im Aufgebot stand, die Erwartungen.

«Die Nummer 189 muss man schlagen»

«Sie hat sich hier sehr gut präsentiert. Beide anderen Einzelspielerinnen sind leider unter ihren Möglichkeiten geblieben», sagte Rittner. Die große deutsche Hoffnungsträgerin Sabine Lisicki (Berlin/18) offenbarte bei ihrer klaren Niederlage gegen Gisela Dulko am Samstag ihre Schwächen auf Asche, Angelique Kerber (Kiel/20) hielt bei 1:2-Rückstand dem Druck gegen Betina Jozami nicht stand und kassierte gegen die in der Weltrangliste 110 Plätze schlechter notierte Fed-Cup-Debütantin die entscheidende Niederlage. «Ich bin schon überrascht, dass die Ergebnisse so glatt waren», sagte DTB- Sportdirektor Klaus Eberhard. «Die Nummer 189 muss man schlagen.»

Weiter auf die Jugend setzen

Trotz des Rückschlages will der DTB aber weiter auf die Jugend setzen und stärkt Rittner den Rücken. «Wir werden diesen Weg nicht überdenken», sagte Eberhard. «Barbara Rittner hat unser vollstes Vertrauen», erklärte auch von Waldenfels. Die Bundestrainerin hofft nun auf eine Rückkehr der ehemaligen Weltranglisten-14. Anna-Lena Grönefeld - und darauf, dass die eine oder andere bald den Durchbruch schafft. Die beste Deutsche ist nämlich Martina Müller auf Platz 72. (nz/dpa)


 
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