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Das Ende einer Ära naht: 

Federers Tennis-Thron wackelt gefährlich

04. Mrz 2008 12:43
Ende einer Ära? Roger Federer beim Spiel gegen Andy Murray.
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War es bloß eine Niederlage oder doch der Anfang vom Ende einer Ära? Während Roger Federer die Pleite gegen Andy Murray wegsteckte wie ein Gentleman, wittern seine jungen Konkurrenten die Chance auf einen Machtwechsel.

Roger Federer steckte die unverhoffte Pleite weg wie ein Gentleman des Weißen Sports. Kein böses Wort rutschte dem gestrauchelten Tennis-Giganten nach der Niederlage gegen Andy Murray heraus, keine unflätige Geste entgleiste ihm in Richtung des Briten, der ihn schon in der ersten Partie aus dem Millionen-Turnier in Dubai katapultiert hatte. Doch das mit 7:6 (8:6), 3:6, 4:6 besiegelte frühe Aus wie zuletzt vor vier Jahren nagte an seinem Selbstverständnis mehr, als es der Anschein auszudrücken vermochte.

Treffende Analyse

«Es war keine schlechte Partie. Das war aber auch schon das einzig Positive», sagte der Weltranglisten-Erste und fand eine einfache Erklärung für die missliche Situation auf dem grünen Hartplatz. «Meine Vorhand war katastrophal, und ohne Vorhand konnte ich ihn nicht schlagen.» Die treffende Analyse freilich verhinderte nicht, dass sich die Mutmaßungen zu der Frage bündelten: War das der Anfang vom Ende einer Ära - oder war es doch nur eine Niederlage?

Nach dem schlechtesten Saisonstart des Branchenprimus haben die Youngster Oberwasser bekommen und sägen unverhohlen am Thron des schon als allzeit bester Tennisspieler gepriesenen Eidgenossen. So wie Spaßvogel Novak Djokovic aus Serbien, der im Halbfinale der Australian Open keinen Spaß verstand und den Titelverteidiger jäh ausbremste. Konnte Federer damals noch auf Krankheit und Verletzung im Vorfeld verweisen, fehlte ihm in Dubai eine derartige Erklärung. Sicher hatte er in den fünf Wochen danach kein Match bestritten, doch gesundheitliche Einschränkungen hinderten ihn gegen Murray nicht.

Außerdem hatte Federer im Training spürbare Fortschritte gemacht und dem dritten Duell mit Murray zuversichtlich entgegen gesehen. Dabei gilt der 20-jährige Schotte nicht als sein Lieblingsgegner. Schon einmal hatte er in Cincinnati 2006 gegen ihn verloren und nur den ersten Vergleich 2005 in Bangkok gewonnen. «Immer wenn ich gegen Roger spiele, kann ich mich steigern», sagte der Weltranglisten-11., der zum Kreis der Herausforderer zählt. Wie Djokovic und Rafael Nadal, der in Dubai gegen Philipp Kohlschreiber startete. Federer als Nummer eins ablösen kann der Spanier diese Woche aber noch nicht.

Stellt sich die Trainerfrage

Dreieinhalb Jahre nach seiner letzten Erstrunden-Niederlage in Cincinnati gegen den Slowaken Dominik Hrbaty muss sich Federer fragen, wie lange es noch gut gehen kann, ohne Trainer durch die Tennis-Lande zu ziehen. Im Mai vorigen Jahres hatte er sich von Tony Roche getrennt und seither das für ihn Richtige allein entschieden.

Die Hoffnung auf bessere Zeiten beim nächste Woche in Indian Wells beginnenden Masters-Turnier teilt Federer mit Thomas Haas, der seine Schulterverletzung noch nicht restlos überwunden hat. Der Davis Cup gegen Spanien in Bremen (11. bis 13. April) kommt für den 29-Jährigen offenbar zu früh. Überdies scheut der gebürtige Hamburger die Gefahr, sich in der Viertelfinalpartie wie in Moskau blamieren zu können.

Sollte Haas Teamchef Patrik Kühnen absagen, könnte das die Comeback-Chancen von Nicolas Kiefer erhöhen. In Las Vegas jedenfalls hat der 30-Jährige einen möglichen Konkurrenten bereits in die Schranken verwiesen, als er den Mettlacher Benjamin Becker in Runde eins mit 6:4, 6:3 ausschaltete. «Ich habe an den Sieg geglaubt und mich in das Match hineingefightet. Über das Spielerische decken wir den Mantel des Schweigens», sagte der Hannoveraner. Sein nächster Gegner ist am Mittwoch im ersten Vergleich der Amerikaner Sam Querrey, die Nummer 66 der Tennis-Welt. (Andreas Bellinger, dpa)

 
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