netzeitung.deGreul und Mayer im Achtelfinale

 Herausgeber: netzeitung.de

Simon Greul (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Simon Greul
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Dem Stuttgarter Tennispublikum werden auch im Achtelfinale deutsche Profis geboten. Simon Greul und Florian Mayer erreichten bei dem ATP-Turnier die Runde der letzten 16.

Dank einer tollen kämpferischen Vorstellung ist Simon Greul als erster Deutscher in das Achtelfinale des ATP-Tennisturniers in Stuttgart gestürmt. Der 25 Jahre alte Reutlinger gewann am Mittwoch sein Zweitrundenmatch gegen den Russen Michail Juschni nach 2:26 Stunden mit 6:7 (5:7), 7:5, 6:4. Greul bewahrte die «Jungen Wilden» des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) damit vor einer totalen Pleite, nachdem zuvor Hoffnungsträger Björn Phau als neunter deutscher Profi bei der mit 586.250 Euro dotierten Veranstaltung die Segel hatte streichen müssen.

Auch Florian Mayer hat steht in der Runde der letzten 16. Der Bayreuther gewann seine Zweitrunden-Partie gegen den Franzosen Gilles Simon mit 7:6 (7:3), 6:2. Im Achtelfinale trifft Mayer auf den Argentinier Juan Martin del Potro.
Der an Nummer eins gesetzte Argentinier Gaston Gaudio setzte sein Auftaktmatch gegen seinen Landsmann Mariano Zabaleta mit 4:6, 0:6 in den Sand.
Wende durch «Becker-Hecht»
Greul lieferte dem Weltranglisten-50. aus Russland, der 2002 das Turnier am Weissenhof gewonnen hatte, von Beginn an einen beherzten Kampf. Schon im ersten Satz boten sich gute Chancen, doch der 1,82 Meter große Schwabe konnte sowohl eine 5:3-Führung als auch ein 5:2 im Tie-Break nicht zum erhofften Satzgewinn nutzen. «Darüber habe ich mich geärgert», sagte Greul, der im Achtelfinale auf den Spanier David Ferrer trifft.

Im zweiten Durchgang machte es die Nummer 82 der Weltrangliste besser. Die Wende brachte ein erfolgreicher «Becker-Hecht» beim Stande von 4:5 und 15:30 aus Sicht von Greul, der im dritten Satz das bessere Ende hatte. Erst gelang ihm beim Stande von 4:4 das entscheidende Break, dann verwandelte er bei eigenem Aufschlag den zweiten Matchball. «Ich bin sehr zufrieden und freue mich riesig», jubelte Greul.

Phau nicht konstant genug
Der Weltranglisten-61. Phau (Weilerswist), derzeit drittbester deutscher Profi hinter Nicolas Kiefer und Thomas Haas, unterlag gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka mit 7:6 (7:3), 2:6, 3:6. «Vielleicht war ich einen Tick erleichtert nach dem gewonnenen ersten Satz, aber das darf nicht passieren. Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe nicht konstant genug gespielt. An der Hitze lag es nicht», sagte Phau, der in der ersten Runde ein Freilos hatte.

Gaudio hatte es zuvor noch schlechter gemacht. «Ich war zu frustriert über den ersten Satz. Ich konnte nicht mehr kämpfen, ich war zu enttäuscht und auch erschöpft», klagte der dreimalige Weissenhof-Finalist nach seiner Niederlage. Vergangene Woche hatte bereits der aktuelle French-Open-Sieger und Wimbledon-Finalist Rafael Nadal abgesagt. Der Spanier hätte das Zugpferd beim Mercedes Cup sein sollen.

Gelassen reagierte Daviscup-Chef Patrik Kühnen auf das frühe Aus der meisten deutschen Tennisprofis. «Es ist keine Katastrophe, dass die jungen Spieler ausgeschieden sind. Wir haben vier Spieler mit einer Wildcard gehabt, da war es klar, dass die nicht die Spielstärke ihrer Gegner haben. Die sind teilweise 100 bis 200 Plätze vor ihnen in der Weltrangliste», sagte Kühnen.

Die Strategie der Stuttgarter findet Kühnen dennoch gut. «Den Weg, den man hier geht, jungen Spielern eine Chance zu geben, ist in jedem Fall richtig», sagte der 40-Jährige, der mit seinem Team vom 22. bis 24. September in Düsseldorf im Daviscup-Relegationsspiel gegen Thailand um den Verbleib in der Weltgruppe kämpft. (nz)