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Kiefer will sich trotz Zweifeln «durchbeißen»

29. Mai 2006 18:38, ergänzt 21:32
Nicolas Kiefer in Paris
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Drei deutsche Tennisspieler haben sich bei den French Open in die nächste Runde gespielt. Nicolas Kiefer fühlt sich in Paris zwar nicht wohl, will sich aber «irgendwie durchbeißen».

Jörg Allmeroth, Paris

Auf den kleinen Außenplätzen abseits des Centre Courts herrschte das übliche Pariser Chaos: Hektisches Gedrängel, Schubsereien um die beste Aussicht, kreischende Kinder – und Schiedsrichter, die alle Mühe hatten, wenigstens etwas Ruhe und Disziplin in die aufgeregten Massen zu bringen.

Start nach Maß

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  • Doch trotz aller Widrigkeiten und Wirrnisse behielten Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber an ihrem persönlichen French Open-Eröffnungstag die Nerven und die nötige Gelassenheit, um den Vorstoß in die zweite Runde sicherzustellen: «Das war ein Start nach Maß. Und ein Sieg gegen die Müdigkeit“, sagte der erst Samstagnacht unterm Eiffelturm eingetroffene Kiefer.

    Auch im siebten Spiel blieb er gegen den Österreicher Jürgen Melzer siegreich und stellte mit dem ungefährdeten 7:6 ((7:4), 6:3, 6:1-Erfolg seine ansteigende Form auf dem rutschigen Untergrund unter Beweis. Gegen den französischen Qualifikanten Marc Gicquel sollte Kiefer auch am Mittwoch weiter im Turnier voranmarschieren und wichtige Punkte für eine noch immer durchaus mögliche WM-Teilnahme in Schanghai sammeln können.

    »Paris ist zwar das Grand Slam-Turnier, bei dem ich mich am unwohlsten fühle und mir die geringsten Chancen ausrechne«, sagte Kiefer, »aber ich habe in den letzten Jahren gelernt, mich irgendwie durchzubeißen. Ich kämpfe, kämpfe, kämpfe – und dann geht auch irgendwas.« Für Florian Mayer kam dagegen wie im Vorjahr nach dem ersten Auftritt auf dem roten Sand von Roland Garros das Aus. Gegen den italienischen Qualifikanten Stefano Galvani verlor der Bayreuther 6:4, 0:6, 6:7 (4:7), 6:3, 5:7.


    Nach Achtelfinale war Schluss

    Im letzten Jahr war Kiefer als letzter deutscher Mohikaner bis ins Achtelfinale gekommen, war dann aber unter etwas dubiosen Umständen wegen eines blockierten Halswirbels nicht mehr zu der Partie gegen den Argentinier Guillermo Canas angetreten. Auch im zweiten deutsch-österreichischen Nachbarschaftskampf am Montag punktete in der »terre battue« ein Vertreter aus Patrik Kühnens deutschen Tennisteam: Der Augsburger Philipp Kohlschreiber.

    Beim Düsseldorfer WTC-Finalduell hatte er sich noch wegen »muskulärer Probleme« abgemeldet. Nun war er hellwach und fit zur Stelle und bezwang den Grazer Oliver Marach überzeugend mit 6:3, 7:5, 6:7 (6:8) und 6:2. »Es war richtig, im Rochusclub nicht anzutreten«, sagte Kohlschreiber zu dem auch mannschaftsintern umstrittenen Verzicht, »auf den Platz sollten nur Spieler gehen, die 100 Prozent Leistung bringen können.«

    Weder der ständige Menschendurchlauf auf Court Elf noch der unverzagte Widerstand seines Rivalen Marach konnten Kohlschreiber irritieren, der sich in den vergangenen Sandplatzwochen ohnehin als stabilster und stärkster deutscher Profi erwiesen hatte. Auch gegen den ehemaligen French-Open-Champion Juan Carlos Ferrero rechnete sich der selbstbewusste Franke morgen seine Chance aus: »Ich gehe nicht ohne Hoffnung in diese Partie«, sagte Kohlschreiber, »ich werde hier nicht leicht zu schlagen sein.«

    Müller ist «glücklich»

    Auch die Hannoveranerin Martina Müller darf noch ein bisschen länger in Paris bleiben, um sich weiter in der Weltrangliste nach vorne zu arbeiten und ein bisschen Kleingeld fürs Auskommen im Proficircuit zu verdienen: Nach dem 4:6, 6:4 und 3:0-Aufgabesieg gegen die von heftigen Wadenkrämpfen geschüttelte Nathalie Vierin wartete mit Francesca Schiavone eine weitere, allerdings weitaus stärkere Italienerin auf die Dauerläuferin.

    »Ich bin glücklich, dass ich wieder bei diesen großen Turnieren mitmischen kann«, sagte Müller, die in einer tiefen Formkrise bis auf Platz 327 der Welt abgestürzt war, inzwischen aber schon wieder auf Position 76 steht.

     
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