netzeitung.deDeutsche Pleiten in Miami

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Kann zufrieden sein: Tennis-Profi Simon Greul. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kann zufrieden sein: Tennis-Profi Simon Greul.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Während Qualifikant Simon Greul beim Tennisturnier in Miami Andy Roddick einen harten Kampf bot, enttäuschte Nicolas Kiefer gegen einen Außenseiter. Dagegen freut sich Roger Federer über einen neuen Rekord.

Von Helen Scott-Smith

Die «Greul»-Taten von Qualifikant Simon Greul sind vorbei, und auch Nicolas Kiefer musste seinen Auftritt in Key Biscayne beenden. Während sich die letzten beiden deutschen Tennisprofis im Achtelfinale aus dem mit 3,45 Millionen Dollar dotierten Turnier der bedeutenden Masters Serie verabschiedeten, feierte «Dominator» Roger Federer nur 20 Stunden nach dem 6:1, 6:3-Erfolg gegen Thomas Haas einen weiteren Rekord. Der Weltrangliste-Erste aus der Schweiz stürmte mit einem 6:3, 6:3 gegen den Russen Dimitri Tursunow ins Viertelfinale gegen den Amerikaner James Blake und verbesserte mit dem 21. Masters-Series-Sieg in Serie den Rekord des Amerikaners Pete Sampras.

Größter Erfolg für Greul
Simon Greul durfte trotz des Ausscheidens gegen Andy Roddick durchaus mit sich zufrieden sein. Beim 3:6, 6:2, 2:6 gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten aus den USA schaffte er zwar keine weitere Überraschung, doch der 24 Jahre alte Reutlinger konnte sich über das bislang stattlichste Preisgeld von 37.400 Dollar und den größten Erfolg seiner Karriere freuen. Kiefer enttäuschte dagegen wieder einmal. Der Profi aus Hannover verabschiedete sich mit einem 6:3, 3:6, 5:7 gegen den ungesetzten Argentinier Agustin Calleri. «Es ist schade, und ich bin sehr traurig», sagte die deutsche Nummer eins und fand trotz allem auch Positives: «Ein paar gute Ansätze waren da.»

Greul versuchte alles gegen den mit allen Wassern gewaschenen Roddick. Sogar vom Videobeweis machte er Gebrauch. Beim Stand von 1:4 im entscheidenden Satz, eigenem Aufschlag und Spielball zum 2:4 bat er den Schiedsrichter, sich einen umstrittenen Ball anzuschauen. Der Referee musste seine Entscheidung revidieren. Beim nächsten Punkt das gleiche Spiel - und wieder war Greul im Recht.

Kiefer vergab gute Chance
«Ich hab's einfach mal probiert, weil ich gespürt hatte, im Recht zu sein», sagte Greul. «Im Prinzip ist mir diese neue Regel aber egal. Wenn die Möglichkeit des Einspruchs nicht auf allen Plätzen besteht, ist es ohnehin nicht fair.» Sein Mentaltrainer, Psychologe Martin Schweer, war in Florida mit dabei; er nannte die demonstrierte innere Ruhe einen ersten Schritt auf einer langen Reise.

Vielleicht sollte es auch Nicolas Kiefer mit einem Mentaltrainer versuchen. Wie bereits beim Masters-Series-Turnier in Indian Wells vergab der Daviscupspieler wieder einmal eine gute Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen. «Kiwi» wurde seiner Favoritenrolle gegen die Nummer 65 der Welt nicht gerecht, und auch seine Erklärungsversuche wurden seiner Favoritenrolle nicht gerecht. Ein komisches Aufschlag-Spiel beim 5:5 im dritten Satz sei entscheidend gewesen, so Kiefer. Er freue sich jetzt auf die Sandplatzsaison.

Federer weiter erfolgshungrig
Roger Federer setzte mit dem 25. Sieg der Saison, bei nur einer Niederlage im Finale von Dubai gegen den Spanier Rafael Nadal, eine neue Marke. Wie im Vorjahr könnte der Eidgenosse, der in Amerika seit 46 Matches ungeschlagen ist, die beiden Masters-Series-Turniere in Indian Wells und Key Biscayne gewinnen. Bei den letzten zehn Turnieren stand er im Finale und die letzten drei Grand-Slam-Turniere hat er gewonnen. Vor Federers Erfolgshunger ist kein Rekord sicher. (dpa)