netzeitung.deGreuls Tennis-Märchen geht weiter

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Simon Greul (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Simon Greul
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Auch Tim Henman hat beim Tennis-Turnier von Miami den deutschen Qualifikanten Simon Greul nicht stoppen können. Zuvor war Nicolas Kiefer eine Revanche für die verpasste Olympia-Goldmedaille gelungen.

Von Helen Scott-Smith

Nicolas Kiefer hatte sich seine Olympia-Revanche gegen Fernando Gonzalez einfacher vorgestellt: Entnervt von mehreren tausend chilenischen Fans kämpfte sich der Tennisprofi aus Hannover am Sonntagabend (Ortszeit) in Miami mit einem 6:2, 4:6, 7:5 ins Achtelfinale. «Das war 'ne heiße Atmosphäre, fast wie beim Daviscup. Es war nicht einfach, aber ich habe gewonnen», sagte Kiefer. In der Runde der letzten 16 wird er vom Argentinier Agustin Calleri herausgefordert, der sich überraschend gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Carlos Moya (Spanien) durchgesetzt hatte.

Erfolgsstory fortgesetzt
Am Montag setzte dann Qualifikant Simon Greul seine Erfolgsstory fort und zog ebenfalls in die Runde der besten 16 ein. Der 24-Jährige aus Reutlingen setzte sich gegen den Briten Tim Henman mit 0:6, 6:1 und 7:5 durch. Beim ersten Masters-Series-Turnier seiner Laufbahn hatte Greul zuvor bereits Paradorn Srichaphan (Thailand) in Runde eins und den an Nummer 17 gesetzten Slowaken Dominik Hrbaty in der zweiten Runde geschlagen. Jetzt trifft er auf den Sieger der Partie zwischen Andy Roddick (USA) und dem Spanier Fernando Verdasco (Spanien).

Die an Nummer 16 gesetzte Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) musste sich dagegen nach dem 4:6, 5:7 gegen Jie Zheng (China) ebenso vorzeitig verabschieden wie Martina Hingis. Die Schweizerin scheiterte nach einem vergebenen Matchball mit 6:3, 1:6, 6:7 (9:11) an der ehemaligen US-Open-Siegerin Swetlana Kusnetsowa (Russland).

Offene Rechnung beglichen
Kiefer hatte mit Gonzalez noch eine Rechnung offen. Vor knapp 19 Monaten hatte er an der Seite von Rainer Schüttler im olympischen Doppel-Finale von Athen gegen das chilenische Duo Gonzalez/Massu vier Matchbälle im vierten Satz, ehe die Deutschen doch noch mit 2:6, 6:4, 6:3, 6:7 (7:9), 4:6 verloren.

Dieses Mal begann die deutsche Nummer eins stark und sicherte sich nach nur 29 Minuten und zwei Breaks den ersten Satz. Statt Sicherheit zu gewinnen, ließ Kiefer jedoch nach - ein Indiz für seine fehlende Spielpraxis. Der 28-Jährige spielte zeitweise so unkonstant, dass es fast schon wieder konstant war. Und die frenetischen Gonzalez- Anhänger, die den Platz in ein Tollhaus verwandelten, taten mit teilweise unfairen Zwischenrufen ein übriges, um ihn aus dem Konzept zu bringen. «Ich habe sicher glücklich gewonnen, aber es ist wichtig, solche Spiele nach Hause zu bringen», sagte Kiefer. «Ich hätte viel Kraft sparen können. Diese Höhen und Tiefen müssen weniger werden.»

Aus für Grönefeld
Anna-Lena Grönefeld musste nach ihren Erfolgswochen der jüngeren Vergangenheit einen kleinen Rückschlag einstecken. In Acapulco hatte sie den ersten Turniersieg ihrer Karriere gefeiert, in Indian Wells war sie erst im Viertelfinale an der Russin Maria Scharapowa gescheitert, aber in Miami lief wenig zusammen. Gegen Jie Zheng führte sie im ersten Satz mit 4:1, im zweiten vergab sie sogar einen Satzball. «Ich bin sehr enttäuscht. Ich hatte in beiden Sätzen meine Chancen und sie einfach nicht genutzt», sagte die 20-Jährige. (dpa)