Greuls Tennis-Märchen geht weiter
Nicolas Kiefer hatte sich seine Olympia-Revanche gegen Fernando Gonzalez einfacher vorgestellt: Entnervt von mehreren tausend chilenischen Fans kämpfte sich der Tennisprofi aus Hannover am Sonntagabend (Ortszeit) in Miami mit einem 6:2, 4:6, 7:5 ins Achtelfinale. «Das war 'ne heiße Atmosphäre, fast wie beim Daviscup. Es war nicht einfach, aber ich habe gewonnen», sagte Kiefer. In der Runde der letzten 16 wird er vom Argentinier Agustin Calleri herausgefordert, der sich überraschend gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Carlos Moya (Spanien) durchgesetzt hatte.
Die an Nummer 16 gesetzte Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) musste sich dagegen nach dem 4:6, 5:7 gegen Jie Zheng (China) ebenso vorzeitig verabschieden wie Martina Hingis. Die Schweizerin scheiterte nach einem vergebenen Matchball mit 6:3, 1:6, 6:7 (9:11) an der ehemaligen US-Open-Siegerin Swetlana Kusnetsowa (Russland).
Dieses Mal begann die deutsche Nummer eins stark und sicherte sich nach nur 29 Minuten und zwei Breaks den ersten Satz. Statt Sicherheit zu gewinnen, ließ Kiefer jedoch nach - ein Indiz für seine fehlende Spielpraxis. Der 28-Jährige spielte zeitweise so unkonstant, dass es fast schon wieder konstant war. Und die frenetischen Gonzalez- Anhänger, die den Platz in ein Tollhaus verwandelten, taten mit teilweise unfairen Zwischenrufen ein übriges, um ihn aus dem Konzept zu bringen. «Ich habe sicher glücklich gewonnen, aber es ist wichtig, solche Spiele nach Hause zu bringen», sagte Kiefer. «Ich hätte viel Kraft sparen können. Diese Höhen und Tiefen müssen weniger werden.»

