Federers schwerer Weg zum Titel-Hattrick
27.02.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Zum dritten Mal nach 2003 und 2004 sicherte sich Federer in einer teils kurios verlaufenen Turnierwoche die Trophäe in der pulsierenden Millionenmetropole am Persischen Golf, in der er gerade zu Beginn des Wettbewerbs mehrfach einem jähen Ausscheiden gefährlich nahe gekommen war. «Es war schon eine Nervenschlacht, dieses ganze Turnier», sagte Federer erleichtert, als auch die letzte Herausforderung mit Glück und Geschick überstanden war. Innerhalb von nur 31 Stunden hatte Federer damit sein bereits drittes Spiel für sich entschieden, am Samstag hatte der 23-jährige erst im Viertelfinale den Russen Michael Juschni und dann in der Vorschlussrunde sensationell deutlich Andre Agassi mit 6:3 und 6:1 ausgeschaltet.
Er habe ein «Ausrufezeichen für den Rest der Konkurrenz gesetzt», befand Federer, der in der frischen Spielzeit jetzt über eine Bilanz von 20:1-Siegen verfügt. «Wiederholungstäter» Federer verließ den Center Court von Dubai mit einer Arbeitsprämie von 187.500 Dollar, während für den auch zuvor schon in Doha und Rotterdam von der Nummer eins geschlagenen Ljubicic 98.800 Dollar übrig blieben.
Lange Zeit sah es so aus, als müsse Ljubicic, der Überraschungsmann der Saison, seinem enormen Arbeitsprogramm der letzten Wochen ausgerechnet im Endspiel zollen und Federer erschreckend klar den Vortritt lassen. Bis zum 6:1, 4:2-Vorsprung wirkte der Kroate wie von allen guten Geistern verlassen und produzierte reihenweise einfachste Fehler. Die wenigen Siegpunkte für Ljubicic wurden von den 7000 Zuschauern in der wieder einmal restlos ausverkauften Arena mit höhnischem und ironischem Applaus quittiert.
Die Wellenbewegungen setzten sich im dritten Satz munter fort, in dem Federer 2:0 in Front lag und dann doch aufs Neue leichtfertig das 2:2 hinnehmen musste. Erst dem Break zum 5:3 ließ Federer keinen weiteren Einbruch folgen und beendete schließlich eine keineswegs berauschende Vorstellung mit dem ersten Matchball zum 6:3-Gesamtsieg.

