10. Okt 2004 14:05, ergänzt 15:24
Lindsay Davenport hat im Finale von Filderstadt nach nur einem Satz als Siegerin festgestanden. Vom Weltranglistenplatz eins ist die US-Amerikanerin nicht mehr weit entfernt.
Sollte Mauresmo ihren Start beim WTA-Turnier in dieser Woche in Moskau absagen, würde Davenport schon die Viertelfinal-Teilnahme reichen, um erstmals seit Januar 2002 wieder die Führung in der Weltrangliste zu übernehmen. «Es ist ein komisches Gefühl, so zu gewinnen», sagte die Siegerin nach den 38 Spielminuten. «Ich hätte es lieber anders gehabt.» Ob Mauresmo jetzt tatsächlich pausieren muss, entscheidet sich nach einer ärztlichen Untersuchung am Montag. Für Lindsay Davenport war es der siebte Turniersieg 2004 und der 55. ihrer Karriere, die sie eigentlich am Jahresende zugunsten der Familienplanung mit ihrem Ehemann Jon Leach beenden wollte. «Es wäre ja schon spektakulär, als Nummer eins zurückzutreten, aber mittlerweile glaube ich, dass ich das gar nicht mehr will», sagte die 28-Jährige nach ihrem zweiten Filderstadt-Sieg nach 2001.
Erneut entschied sie sich gegen das Preisgeld und für die Luxuskarosse des Titelsponsors Porsche, einen Carrera 911 S im Wert von 85.200 Euro.
Im Halbfinale hatten Davenport und Mauresmo in ihrem ersten Turnier als Nummer eins der Welt die russische Revolution abgewehrt. Mauresmo besiegte die 19 Jahre alte US-Open-Siegerin Swetlana Kusnezowa mit 7:5, 6:4. Davenport wies French-Open-Champion Anastasia Myskina mit 6:2, 6:4 in die Schranken.
Ein Fiasko erlebten die beiden deutschen Vertreterinnen Anca Barna (Moers) und Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn), die jeweils mit einer Wildcard ins Hauptfeld gelangt waren und in der ersten Runde kläglich scheiterten. Zum dritten Mal in Folge stand keine Deutsche im Achtelfinale von Filderstadt, sieben deutsche Spielerinnen überstanden nicht einmal die Qualifikation. (nz)