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Lupe Mayer in Wimbledon ausgeschieden

Tennisprofi Florian Mayer hat beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon den Halbfinaleinzug verpasst. Der Bayreuther unterlag dem Franzosen Sebastien Grosjean glatt in drei Sätzen.

Von Jörg Allmeroth, Wimbledon
Im Schmuddelwetter von Wimbledon ist am Mittwochabend Florian Mayers glanzvolle Wimbledon-Kampagne zum Stillstand gekommen. Im letzten Tageslicht kassierte der Bayreuther nach zuvor stundenlangem Warten auf seinen Einsatz doch noch eine schmerzliche 5:7, 4:6, 2:6-Niederlage gegen den trickreichen, ausgebuffteren Franzosen Sebastien Grosjean.
Henman scheitert erneut
Trotzdem verließ Mayer nach seiner Debütvorstellung erhobenen Hauptes den All England Club, in dem er sich anderthalb Wochen als größte Entdeckung im deutschen Tennis seit den Glanztagen von Boris Becker und Michael Stich profiliert hatte. Zuvor waren auch für Britanniens großen Hoffnungsträger Tim Henman die Offenen Englischen Meisterschaften nach einer vernichtend klaren 6:7 (5:7), 4:6, 2:6-Niederlage gegen den jungen Kroaten Mario Ancic wieder einmal vor einem erträumten Endspieltermin geschlossen und beendet gewesen. Ancic trifft nun in der Runde der letzten Vier auf den Amerikaner Andy Roddick, der den stoischen Sjeng Schalken (Niederlande) mit 7:6 (7:4), 7:6 (11:9), 6:3 ausschaltete.
Federer gibt Satz ab
Kurz vor Toresschluß am zehnten Wettbewerbstag zog unter grauem Sommerhimmel auch Titelverteidiger Roger Federer mit einem 6:1, 6:7 (1:7), 6:0, 6:4-Erfolg über den verzweifelt, aber erfolglos kämpfenden Australier Lleyton Hewitt ins Halbfinale ein und konnte dabei problemlos verschmerzen, den ersten Satz im Turnierverlauf und das erste Service nach mehr als 100 gewonnenen Aufschlagspielen seit der dritten Wimbledon-Runde 2003 abgegeben zu haben. Federer, inzwischen in 22 Spielen in Serie auf Rasen unbesiegt, spielt nun gegen Grosjean.
Mayer nicht mehr frisch genug
Erst um 19.51 Uhr deutscher Zeit war für Newcomer Mayer das ewig anmutende Geduldsspiel bis zum ersten Ballwechsel beendet. Zwar startete der Franke sofort mit einem Break zum 1:0, gab den schnellen Vorteil aber mit nervösen, flattrigen Aktionen beim Aufschlagverlust zum 3:3 wieder ab. Auf dem holprigen Gelände von Court Eins hatte Supertechniker Mayer sichtlich Mühe, seine Raffinesse und Eleganz ins Spiel zu bringen. Immer wieder versprangen die Bälle auf dem ramponierten Boden, so auch mehrfach beim fatalen Break, das der Deutsche ausgerechnet zum 5:7-Satzverlust kassierte. Auch im zweiten Durchgang lag Mayer 2:0 in Front, ehe er sich wieder schwere Konzentrationsfehler leistete und Grosjean eine neuerliche Aufholjagd erlaubte. Anschliessend erlahmte der Widerstandsgeist des Franken sichtlich, der nicht mehr mit der Größe der Herausforderung wachsen konnte. Müde und matt wirkte der resignierende Mayer im dritten Durchgang, der schliesslich mit 2:6 verloren ging und den Wimbledon-Aufenthalt 2004 beendete.