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Lupe Grönefeld: Habe riesigen Schritt nach vorn gemacht

Anna-Lena Grönefeld gilt als die größte Nachwuchshoffnung im deutschen Damentennis. Die 19-Jährige lässt sich aber von der Öffentlichkeit nicht unter Druck setzen.

Von Dorothea Jantschke, Berlin
Als Anna-Lena Grönefeld bei den German Open der Tennis-Damen zur Pressekonferenz kommt, wirkt sie scheu. Sie setzt sich nicht in die Mitte des Podiums vor das große Mikrofon mit ihrem Namensschild, sondern daneben. Die 1,80 Meter große Tennisspielerin aus dem niedersächsischen Nordhorn ist im Laufe des Jahres immer besser in Tritt gekommen. Und doch musste sie sich am Dienstag bereits nach der ersten Runde bei den German Open in Berlin verabschieden. Beim 4:6, 2:6 gegen die Kroatin Karolina Sprem konnte Grönefeld, die mit einer Wildcard startete, nur einen Satz lang mithalten.
Nur 70 Prozent reichen nicht
«In der Heimat will man sein Bestes geben. Da ist es schon besonders schade, wenn man gleich ausscheidet», erläutert Grönefeld ihre Gemütslage. So richtig traurig wirkt sie dabei nicht. Die 19-Jährige gilt seit ihrem Junioren-Titel bei den French Open im vergangenen Jahr als große deutsche Nachwuchshoffnung. Doch sie will sich auf keinen Fall in dieses Schema pressen lassen. «Ich lasse mich nicht unter Druck setzen. Ich gebe mein Bestes, mehr kann ich nicht machen», sagt die Nummer 98 der Weltrangliste.

Wo das Problem gegen Sprem lag, weiß Grönefeld genau: «Ich würde sagen, ich habe nur 70 Prozent gegeben. Ich bin nicht zufrieden.» Und das konnte sie auch nicht sein. Nach einem ersten Satz, in dem sie ihren Aufschlag vier Mal durchbringen konnte, folgte der Absturz im zweiten.

Aufschlag als Schwachpunkt
«Meine Erstaufschlagsquote ist noch nicht gut genug. Das ist mein Schwachpunkt», gibt sie zu. Sie trainiere daran, so wie sie ihr Spiel «rundum» zu verbessern versucht. So gut wie jeder erster Aufschlag blieb auf Court B des Berliner Tennisclubs Rot-Weiß im Netz hängen, der zweite war nicht immer gut platziert. Nur Fehler von Sprem gereichten Grönefeld zu Punktgewinnen. Zu Gute halten musste man der jungen Deutschen jedoch, dass sie versuchte, Druck zu machen und ans Netz zu gehen. Doch Sprem konterte jeden dieser Versuche erfahren und clever aus.

Erfahrung ist genau das, was ihr fehle, sagt Grönefeld. Seit sie sich Anfang 2003 entschied, in die USA zu gehen und in Phoenix/Arizona zu trainieren, habe sie einen «riesigen Schritt nach vorn» gemacht. Wenn sie nicht gerade in Europa unterwegs ist, nutzt sie jede Möglichkeit in Phoenix zu üben. In der laufenden Saison stehen 17 Siegen auf der WTA-Tour 16 Niederlagen (zwei davon im Fed Cup gegen Frankreich) gegenüber.

French Open als nächstes Ziel
Eine ausgeglichene Bilanz sollte man meinen, kein Grund zur Euphorie. Für die will Grönefeld aber bei den French Open wieder sorgen (24. Mai - 06.
Juni). So ein Turnier sei dazu da, um Erfahrungen zu sammeln, sagt sie, und lässt sich doch noch entlocken: «Ich will natürlich versuchen, ein, zwei Runden zu überstehen.» Womit sie wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten könnte. Aber die Nordhornerin hat bei allem Trubel um ihre Person den Trumpf der Entfernung auf ihrer Seite. «Vielleicht ist es ganz gut, oft in den USA zu sein. Dann bekomme ich gar nicht erst mit, dass sich die deutschen Medien für mich interessieren.»