Tennis-WM der Herren: 

netzeitung.deDjokovic krönt seine Saison

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Novak Djokovic mit dem Masters-Pokal (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Novak Djokovic mit dem Masters-Pokal
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Novak Djokovic hat den Rahmen für das Tennisjahr 2008 gesetzt. Nachdem der Serbe zum Auftakt der Saison die Australian Open gewann, darf er sich zum Abschluss Weltmeister nennen.

Der entthronte Titelverteidiger Roger Federer saß längst im Flugzeug, als sein Nachfolger Novak Djokovic die Krone des neuen Tennis-Weltmeisters in Empfang nahm. Eine Luxuskarosse wurde auf den Center Court des Qi Zhong Stadions in Shanghai gefahren und der Serbe ließ sich nicht lange bitten. Nach seinem 6:1, 7:5-Finalsieg gegen den Russen Nikolai Dawidenko setzte sich der 21 Jahre alte Australian-Open-Sieger hinter das Steuer seines neuen Wagens und drückte mehrmals auf die Hupe. Das erste große Turnier des Jahres 2008 hat Djokovic gewonnen - und nun auch das letzte. Nach seinem Coup beim Stelldichein der besten acht Profis des Jahres kommt er Federer in der Weltrangliste bedrohlich nahe.

Federer zieht versöhnliche Bilanz
Der Weltranglisten-Zweite aus der Schweiz war erstmals in seiner Karriere beim Masters-Cup bereits in der Vorrunde gescheitert. Von Rückenschmerzen geplagt und geschwächt von Übelkeit und Magenproblemen beendete der US-Open-Sieger eine Saison, die nach Roger-Federer-Maßstäben enttäuschend verlief und ihren Tiefpunkt in der Wachablösung an der Spitze der ATP-Hackordnung durch den spanischen Wimbledon-, French-Open- und Olympiasieger Rafael Nadal fand. Seit 2003 (17) hat er nicht mehr so viele Niederlagen kassiert wie in diesem Jahr (15). Doch bevor sich Federer aus China verabschiedete, wählte er versöhnliche Worte in der Wertung seiner Saison und schickte gleich noch eine Kampfansage an die Konkurrenz.

«Es war ein gutes Jahr», sagte der 27-Jährige. «Ein harter Start. Ein hartes Ende. Aber ich glaube, es gibt mir die Gelegenheit, nächstes Jahr ganz von vorne zu beginnen.» Djokovic aber rückte durch seinen Erfolg bei der mit 4,45 Millionen Dollar dotierten WM bis auf zehn Zähler an Federer in der Rangliste heran. Allerdings hat der Serbe, der bei seinem WM-Debüt im vorigen Jahr ohne einen Satzgewinn geblieben war und jetzt eine sechsmonatige Zeit ohne Titel beendete, am Anfang der neuen Saison viele wertvolle Punkte zu verteidigen.

Erst vierter Turniersieg für Djokovic in 2008
«Jetzt bin ich aber erst einmal froh, das Jahr mit einem Titel zu beenden», sagte Djokovic, nachdem er zwei Schläger, seine Schweißbänder und auch sein T-Shirt in die Zuschauerränge geworfen hatte. «Ich möchte diesen Sieg teilen mit meiner Familie und mit denen, die zu Hause in Belgrad mitgefiebert haben. Für mich zählt das wie ein Grand-Slam-Sieg, weil die besten acht Spieler der Welt hier waren.» Was natürlich nicht ganz stimmte, denn immerhin fehlte Branchenprimus Nadal wegen Erschöpfung und einer Knieverletzung.

Djokovic war das egal. Seit seinem Finalsieg von Rom gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka im Mai hatte er die Endspiele im Queen's Club, in Cincinnati und Bangkok verloren. Der Erfolg gegen Dawidenko, den er bereits in der Vorrundengruppe bezwungen hatte, war sein vierter Turniersieg in diesem Jahr. «Er ist etwas Besonderes, weil mein letzter Titel so lange her ist», meinte Djokovic. (Wolfgang Müller, dpa)