Tennis-WM in Shanghai: 

netzeitung.deFederer auf den Spuren von Sampras und Lendl

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Gut gelaunt in Shanghai: Roger Federer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gut gelaunt in Shanghai: Roger Federer
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zum letzten Event des Jahres will der Musterprofi aus der Schweiz noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um sich auf eine Stufe mit den Tennis-Legenden zu bringen. Überraschend fährt nun auch ein deutscher Profi nach China.

Nach einer durchwachsenen Saison will der Schweizer Roger Federer bei der Tennis-WM in Shanghai noch einmal alles aus sich herausholen. «Es scheint, dass ich noch etwas im Tank habe», sagte der 27 Jahre Modellathlet vor dem Auftakt des Masters-Cup an diesem Sonntag.

Als dritter Spieler nach Pete Sampras und Ivan Lendl könnte er das finale Stelldichein der besten acht Profis des Jahres zum fünften Mal gewinnen - und er geht nach der Absage von Rafael Nadal auch als Top- Favorit in das einwöchige Spektakel in der chinesischen Metropole.

Die Jugend «rasieren»
«Ich hoffe, dass ich hier wie in der Vergangenheit erfolgreich sein kann», sagte der 13-malige Grand-Slam-Sieger am Freitag bei einem Sponsorentermin. Mit einem Rasierapparat in der einen und dem Mikrofon in der anderen Hand weihte er 18 Jahre alte chinesische Jugendliche in die Kunst der ersten Nassrasur ein.

Auf dem schnellen Hartplatz im Qi Zhong Stadion will Federer den Ansturm der Jugend aber stoppen. Der Schotte Andy Murray (21), die Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (23) und Gilles Simon (23) sowie der argentinische Shooting-Star Juan Martin del Potro (20) haben sich erstmals für das elitäre Achter-Feld qualifiziert. Mit Murray, Simon und Andy Roddick (USA) misst sich Federer in der Roten Gruppe.

Kiefer steht als Ersatzmann bereit
Völlig überraschend machte sich am Freitag auch Nicolas Kiefer auf die Reise nach Shanghai. Der 31 Jahre alte Hannoveraner wurde von der ATP als Ersatzspieler nach China beordert, nachdem zahlreiche andere vor ihm in der Weltrangliste platzierte Spieler abgesagt hatten. «Er ist zweiter Ersatzmann», teilte eine ATP-Sprecherin auf Anfrage mit. «Natürlich nehme ich diese Chance wahr. Wer zu einer WM eingeladen wird, muss diese Chance doch beim Schopf packen», erklärte Kiefer auf seiner Internetseite - obwohl er sich «so schön auf Urlaub und Entspannen eingestellt» und «die Tennissachen weggeräumt» habe.

In der Goldenen Gruppe kämpfen der serbische Australian-Open- Sieger Novak Djokovic (21), dessen Melbourne-Final-Gegner Tsonga, der Russe Nikolai Dawidenko und del Potro um den Einzug in das Halbfinale. «Alle acht Typen im Feld haben eine Chance zu zeigen, was sie können», sagte Federer. «Aber ich war beim letzten Event des Jahres meist recht erfolgreich», fügte er mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.

Schon 2003, 2004 (in Houston) sowie 2006 und 2007 (in Shanghai) setzte er sich am Ende der Saison die Krone des Champions auf, 2005 verlor er das Finale gegen David Nalbandian (Argentinien).

«Gutes Jahr» trotz Rückschlägen
Und auch wenn das Jahr 2008 nach Federers Maßstäben eher ein durchwachsenes war mit Krankheit, ungewohnt vielen Niederlagen und nicht zuletzt dem Verlust der Weltranglisten-Führung an Nadal, sagt der Schweizer: «Für mich war es ein gutes Jahr, und ich hoffe, es ebenso gut zu beenden.» Nach seinen jüngsten Rückenproblemen und der vorsorglichen Absage des Viertelfinales in Paris-Bercy ist Federer vor seinem ersten Aufschlag am Montag gegen Simon wieder fit.

Als schärfste Widersacher dürften Djokovic und Murray gelten. «Seit Wimbledon spiele ich das beste Tennis meines Lebens», sagte US- Open-Finalist Murray. «Hoffentlich kann ich so weitermachen.» Das Endspiel in New York hat er aber verloren - gegen Roger Federer. (dpa/nz)