03.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Tennispräsident von Katar (4.v.r.) mit den WM-Teilnehmerinnen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nie zuvor war die Weltspitze im Damentennis so eng beieinander wie in diesem Jahr. Eine Vorhersage, wer die am Dienstag beginnende Weltmeisterschaft gewinnt, wagt daher niemand.
Titelverteidigerin Justine Henin ist längst zurückgetreten, Vorjahresfinalistin Maria Scharapowa hat die Saison bereits beendet: Der Kampf um die Krone der Tennis-Königin ist in diesem Jahr offen wie selten zuvor. Beim Stelldichein der besten acht Spielerinnen der Saison von diesem Dienstag an im Scheichtum Katar fällt die Suche nach einer klaren Favoritin auf den WM-Titel schwer. Zu ausgeglichen ging es in dieser Saison an der Spitze im Damen-Tennis zu, zu groß waren die Leistungsschwankungen der Protagonistinnen. Von einer «komischen Ära im Tennis» ist die Rede.
«Ein sehr offener Konkurrenzkampf»Bei der mit 4,55 Millionen Dollar dotierten Freiluft-Veranstaltung in Doha messen sich die Williams-Schwestern Venus und Serena (USA) in der Roten Gruppe mit Dinara Safina und Olympiasiegerin Jelena Dementjewa (beide Russland). In der Weißen Gruppe spielen die Weltranglisten-Erste Jelena Jankovic, French-Open-Siegerin Ana Ivanovic (beide Serbien) sowie die Russinnen Swetlana Kusnezowa und Vera Swonarewa die beiden anderen Halbfinalistinnen aus.
Bezeichnend für die aktuelle Malaise im Damen-Tennis ist die Tatsache, dass Jelena Jankovic schon seit zwei Wochen als Nummer eins des Jahres 2008 feststeht - ohne je ein Grand-Slam-Turnier gewonnen zu haben. Gleich fünf Spielerinnen saßen in diesem Jahr auf dem Thron: Henin, Scharapowa, Ivanovic, Serena Williams und Jankovic. «Die Weltspitze ist zusammengerückt und das macht das Ganze spannend. Es existiert ein sehr offener Konkurrenzkampf», sagte die Weltrangliste-Fünfte Jelena Dementjewa in einem «kicker»-Interview.
Serena Williams hat schon eine Ausrede paratNicht in diesen Kampf eingreifen können derzeit die deutschen Spielerinnen. Anna-Lena Grönefeld schaffte zwar in diesem Jahr ein bemerkenswertes Comeback und feierte am Wochenende im kanadischen Québec mit ihrer amerikanischen Partnerin Vania King den achten Doppel-Titel ihrer Karriere. Doch die letzte Deutsche, die sich beim Saisonabschluss mit der Weltelite messen durfte, war 1999 Anke Huber. Der letzte deutsche Sieg durch Steffi Graf liegt zwölf Jahre zurück.
Und wem gelingt 2008 der Coup? US-Open-Gewinnerin Serena Williams jedenfalls baute für den Fall des Scheiterns schon einmal vor. «Ich habe gehört, dass es dort sehr windig sein soll», sagte die jüngere der Williams-Schwestern. «Hoffentlich komme ich damit zurecht.» (Wolfgang Müller, dpa)