Der Baseler nahm bei bedecktem Himmel und mehr als 80 Prozent Luftfeuchtigkeit Revanche für sein Halbfinal-Aus gegen Djokovic bei den Australian Open. Dort war Federer noch durch die Folgen einer Viruserkrankung geschwächt. Diesmal präsentierte er sich nach schwankenden Leistungen weitgehend souverän und servierte stark. «Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich merke, dass ich am längeren Hebel bin. Mit dem dritten Satz habe ich auch seinen Willen ein bisschen gebrochen», sagte Federer über Djokovic. Der serbische Olympia-Dritte war nach seinem Viertelfinal-Sieg über Andy Roddick und Kritik am Lokalmatador noch ausgebuht worden. Die Zuschauer im nicht voll besetzten Arthur-Ashe-Stadium behandelten den 21-Jährigen auch nach dessen Eindrücken meist fair, die Sympathien gehörten in entscheidenden Momenten allerdings eindeutig Federer, was Djokovic im dritten Satz spöttisch mit erhobenem Daumen kommentierte. «Er hat die Unterstützung verdient», sagte er danach. «Der dritte Satz war entscheidend. Ich bin enttäuscht, dass ich physisch nicht in der Lage war, ihn herauszufordern.» Federer feierte seinen siebten Sieg im neunten Vergleich gegen Djokovic und zog in sein 17. Grand-Slam-Endspiel ein.
«Hanna» pustete Serena Williams und Jelena Jankovic bereits am Freitag auf dem Weg in das Damen-Finale kräftig ins Gesicht. Williams gewann 6:3, 6:2 gegen die Olympia-Zweite Dinara Safina, Jankovic siegte 6:4, 6:4 über Olympiasiegerin Jelena Dementjewa. Beide spielen auch darum, wer die Serbin Ana Ivanovic als Nummer eins beerbt. (Robert Semmler, dpa)