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Tennis - Berrers Verbalattacke: 

«Irgendso ein Mensch aus Timbuktu»

26. Aug 2008 13:53
Draufgehauen: Michael Berrer
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Verbaler Rundumschlag nach Selbskritik: Tennisprofi Michael Berrer hat nach seinem Erstrundenaus bei den US-Open mächtig vom Leder gezogen. «Schwachköpfe», «Sesselpfurzer» und «Vollidioten» hätten seinen olympischen Traum zerstört.

Der Präsident des Internationalen Tennisverbandes (ITF) ein «Vollidiot», dazu «Schwachköpfe» und «Sesselfurzer» im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB): Der Frust über die verpasste Olympiateilnahme und die zuständigen Funktionäre sitzt bei Michael Berrer noch immer tief. In einem verbalen Rundumschlag hat der Stuttgarter die umstrittenen Nominierungskriterien für das Pekinger Tennisturnier erneut scharf attackiert, nachdem er sich bei den US Open zunächst für sein Erstrundenaus selbst kritisiert hatte.

Ausdrückliche Unterstützung erhielt Wimbledon-Halbfinalist Rainer Schüttler, der sich über den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne in das Starterfeld der Olympischen Spiele geklagt hatte. Der DOSB hatte die Viertelfinalteilnahme bei einem Grand Slam oder einem Masters-Turnier verlangt - was Berrer nicht vorweisen konnte. «Was sind das für Kriterien? Da dürfte die Hälfte der Leichtathleten nicht hin», befand Berrer, der mit Schüttler befreundet ist und über dessen Klage vorher informiert war - und sie befürwortete.

Olympischer Gedanke oder Willkür

Die ITF hatte verlangt, nach den French Open zu den besten 56 der Weltrangliste zu gehören. Dies hatte Schüttler nicht erfüllt. Die ITF hatte daher verlangt, dass zuerst Denis Gremelmayr oder Berrer nachrücken sollten. ITF-Chef Francesco Ricci-Bitti hatte in harschem Ton erklärt, Schüttler nehme seinen Teamkollegen einen Platz weg. Berrer verlangte in einem Offenen Brief eine Entschuldigung, bekam nach eigenen Worten aber nur «einen politischen Brief» von Ricci-Bitti und ist verstimmt darüber, dass in Peking Spieler nachrückten, die in der Weltrangliste weit hinter ihm stehen. «Da spielt dann irgendso ein Mensch aus Timbuktu», schimpfte Berrer und warf dem ITF-Chef vor: «Der hat mich um Olympia gebracht.»

Der 28-Jährige will sich mit seinen Kollegen des Spielerrates der Herren-Profi-Vereinigung ATP dafür einsetzen, dass es für das Olympiaabschneiden keine Weltranglistenpunkte mehr gibt. Das Gremium ist mit den Top 3, Rafael Nadal, Roger Federer und Novak Djokovic, prominent wie nie besetzt und hatte auch den am Jahresende ausscheidenden ATP-Chef Etienne de Villiers immer wieder für dessen Reformpläne kritisiert. Einmal in Schwung, drohte der nicht als Krawallmacher bekannte Berrer sogar: «Wir können sagen, wir spielen einfach nicht. Vielleicht gibt es irgendwann eine Revolution.» (dpa)

 
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