ATP-Tennis in Toronto: 

netzeitung.deFederers Thron wackelt

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Roger Federer ist nicht mit sich zufrieden (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Roger Federer ist nicht mit sich zufrieden
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Die Leichtigkeit ist dahin, die jahrelange Dominanz auch - Roger Federer macht schwere Zeiten durch. «Man hat gesehen, dass er auch nur ein Mensch ist», meint der ebenfalls ausgeschiedene Thommy Haas.

Roger Federer flog ebenso wie Thomas Haas frühzeitig aus dem ATP-Masters-Turnier in Toronto raus. Zweieinhalb Wochen nach dem verlorenen Wimbledon-Finale kassierte Federer am Mittwoch (Ortszeit) mit 6:2, 5:7, 4:6 gegen den Franzosen Gilles Simon gleich die nächste Pleite und verpasste das Achtelfinale. Der Weltranglistenerste könnte schon in Kürze von Kronprinz Rafael Nadal an der Spitze abgelöst werden.

«Kiwi» hält die Fahne hoch
Nicolas Kiefer steht nach dem 7:6 (8:6), 7:5 über den Russen Michail Juschni im Achtelfinale. «Kiwi» trifft dort auf Nikolai Dawidenko, der Haas mit 6:3, 7:6 (8:6) ausschaltete. Auch Nadal erreichte mit 6:4, 6:2 über Jesse Levine aus den USA die Runde der letzten 16. Der Spanier war nicht ganz zufrieden, feierte aber seinen 25. Sieg in Folge.

Für Boris Becker ist Nadal jetzt schon der Beste. «In der Weltrangliste gibt es eine Nummer eins namens Federer. Aber ich denke, man kann in der Tennis-Welt fragen wen man will, wer die Nummer eins ist: Es ist der Sieger der French Open und von Wimbledon», erklärte Becker, der am Montag in die Ruhmeshalle des Turniers aufgenommen worden war.

«Das ist nicht das Ende der Welt»
Federer wirkte nach der zweiten Erstrunden-Niederlage der Saison angeschlagen und verbarg während der Pressekonferenz zwischenzeitlich das Gesicht in den Händen. Der 26-Jährige machte sich aber Mut: «Das ist nicht das Ende der Welt. Es ist wichtig, weiter positiv zu denken. Ich muss mich sammeln und auf die Olympischen Spiele und die US Open vorbereiten. Das sind die Turniere, die ich wirklich gewinnen will.»

Der zweimalige Kanada-Sieger stand dort im vorigen Jahr im Finale, wird die vielen Punkte dafür aber erst im August einbüßen, weil die Masters-Turniere in Toronto und Cincinnati wegen Olympia vorgezogen wurden. Auch in Cincinnati hat Federer als Titelverteidiger kommende Woche viele Zähler zu verteidigen. Nadal erreichte in Kanada 2007 das Halbfinale und verlor in Cincinnati zum Auftakt. Sollte er nun fleißig punkten, könnte Nadal als inoffizielle Nummer eins in Peking antreten und am 18. August offiziell die Spitze der Weltrangliste von Federer übernehmen, der seit dem 2. Februar 2004 vorn ist.

Erstaunliche Fehler
Federer führte schnell 4:0, machte dann aber zu viele Fehler und vergab im letzten Satz einen leichten Volley zum 4:1 gegen Simon, der in der Vorwoche das Turnier in Indianapolis gewonnen hatte. «Ich habe wie im Traum gespielt», sagte der 22. der Weltrangliste.

Eher frustrierend war angesichts einer sechsstündigen Regenpause der Tag für die meisten anderen Profis. Kiefer war eine halbe Stunde nach Mitternacht nur mit dem Ergebnis zufrieden, nachdem die Gewitter des Tages die Planungen durcheinandergebracht hatten und ihm vor dem Match gegen Dawidenko eine sehr späte Nachtruhe bescherten. Kiefer forderte mehr Respekt vor den Spielern: «Wir machen die Show.»

«Ballmaschine» Dawidenko
Haas verpasste einen deutschen Vergleich durch eine weitere Pleite gegen «Ballmaschine» Dawidenko. «Es ist nie ein Geschenk, gegen ihn zu spielen», sagte Haas, der ebenfalls lange warten und dann auf einen Außenplatz ausweichen musste. Haas war trotz des Aus nicht unzufrieden, nachdem er in Indianapolis gegen Federer-Bezwinger Simon ausgeschieden war. Für Federer hatte er Trost übrig: «Man hat gesehen, dass er auch nur ein Mensch ist.» (nz/dpa)