Als Venus Williams davon hörte, platzte ihr der Kragen. Allein, dass sie darauf überhaupt angesprochen wurde, empfand die Titelverteidigerin als respektlos. Ihre üblicherweise leisen Töne in der Pressekonferenz wurden schlagartig lauter. Die 28-Jährige, die sich nebenbei als Designerin versucht und in Wimbledon erstmals in einem selbst entworfenen Kleidchen spielt, polterte: «Ich bin extrem professionell in allem, was ich tue. Ob nun auf dem Platz oder daneben. Ich gebe das Beste in meinem Sport, und ich habe eine Tonne Respekt für mich und meine Familie. Es ist lächerlich. Unser gemeinsames Ziel war, ins Finale zu kommen. Von jetzt an gehen Serena und ich jede ihren eigenen Weg.» Zum sechsten Mal treten die in Wimbledon wie immer unter einem Dach lebenden Schwestern bei Grand Slams zum Williams-Finale an. Gewonnen hat meistens die zwei Jahre jüngere Serena, die Jie Zheng das erste Grand-Slam-Halbfinale einer Chinesin mit 2:6, 6:7 (5:7) verdarb. Fünf Siege gehen auf ihr Konto, inklusive der beiden auf dem «Heiligen Rasen». Das soll am Samstag wieder so sein. «Venus gilt als Favoritin? Solange ich im Turnier bin, würde ich so etwas niemals sagen», meinte sie und kündigte an: «Bis zum Finale spreche ich nicht mehr mit ihr, auch wenn sie meine Schwester ist.» (dpa)