Titelverteidigerin Venus Williams buchte derweil ihr siebtes Endspiel auf dem neuen Center Court an der Church Road. Die Amerikanerin bezwang Jelena Dementjewa mit 6:1, 7:6 (7:3) und gab erneut keinen Satz ab. Im Finale am Samstag trifft die 28 Jahre alte viermalige Siegerin entweder auf die Chinesin Jie Zheng oder ihre jüngere Schwester Serena. Es wäre der dritte «Sister-Act» nach 2002 und 2003 - beide Finals gewann Serena. «Der Rainer macht's. Er ist gut drauf und hat für mich auch das bessere Spiel als Clement», sagte Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen. Danach sah es nach Wiederbeginn zunächst allerdings nicht aus. Zwar ließ sich Schüttler auch von einem frühen Break nicht aus dem Konzept bringen und rettete sich nach dem Rebreak zum 3:4 in den Tiebreak. Doch der entwickelte sich zu einem der verrücktesten überhaupt - und Schüttler war der Grund dafür. 6:0 lag er schon in Führung, vergab dann aber seine sechs Satzbälle mehr oder minder kläglich.
Auf der Tribüne rutschten Trainer Dirk Hordorff und sein Vertreter Jan Slocis aufgeregt auf ihren Sitzen hin und her. Erst ein Doppelfehler Clements, der mit kariertem Stirnband und Sonnenbrille mehr wie ein Popstar denn ein kommender Wimbledon-Halbfinalist aussah, ließ sie aufatmen. Entspannung kehrte auf dem mit rund 10.000 Zuschauern besetzten kleinen Center Court aber auch im vierten Durchgang nicht ein. Diesmal konnte Schüttler sein Break nicht halten und schaffte die Wende auch im Tiebreak nicht.
Der fünfte und entscheidenden Durchgang wurde zu gleich von zwei Regenpausen unterbrochen. Zwischendurch musste Schüttler beim Stand von 4:5 den ersten Matchball abwehren und ging dann wieder mit einem Break in Führung. Doch auch das ging den Bach runter, bevor beim Stand von 6:6, 40:40 und Aufschlag Clement die Planen ein zweites Mal über den Rasen gezogen wurden. Was dann kam, war pure Tennis-Dramatik an dessen Ende Schüttler der Glückspilz war. (Von Andreas Bellinger, dpa)