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Wimbledon: 

Schüttler rettet der Regen

03. Jul 2008 12:32
Tennis-Oldie Rainer Schüttler
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Roger Federer präsentiert sich in Wimbledon in starker Verfassung - Rafael Nadal ebenso. Rainer Schüttler musste sein Viertelfinalspiel wegen des englischen Wetters unterbrechen.

Rainer Schüttler musste sich im Warten üben. Immer wieder verzögerte Regen in London die Fortsetzung der Spiele und der als Zweiter auf dem kleinen Center Court angesetzte Korbacher musste stundenlang ausharren vor dem Beginn seines ersten Wimbledon-Viertelfinals gegen den 30-jährigen Franzosen Arnaud Clement.

Erst am Abend kamen die beiden Tennis-Oldies nach dem Safin-Sieg endlich zum Einsatz. Doch Schüttler ist nach zehn Starts in Wimbledon geübt im Geduldsspiel. Auch bei den US Open behielt er 2003 im tagelangen Regenchaos die Nerven.

Mit einem 6:1, 7:5, 6:4-Erfolg gegen seinen letzten Bezwinger Mario Ancic stürmte Branchenprimus Roger Federer am Mittwoch von Regenpausen begleitet ins Halbfinale. «Ich habe großartig gespielt und exzellent aufgeschlagen», sagte Federer, der gegen Ancic vor sechs Jahren in der ersten Runde die letzte Niederlage auf Gras kassiert hatte, seither aber in 39 Matches auf dem «Heiligen Rasen» ungeschlagenen geblieben ist. In der Vorschlussrunde trifft er an diesem Freitag auf Marat Safin, der sich mit einem 3:6, 7:5, 7:6 (7:1), 6:3 gegen den Spanier Feliciano Lopez für sein erstes Halbfinale in Wimbledon qualifizierte.

«Schau her, das sind Muskeln»

Rafael Nadal, der in den beiden vorigen Jahren der Gegner im Traumfinale war, machte im «Muskelspiel» gegen Andy Murray den Hoffnungen der britischen Tennisfans auf einen Sieg des Lokalmatadoren mit einem glatten 6:3, 6:2, 6:4-Sieg ein Ende. «Schau her, das sind Muskeln», hatte der «Observer» am Morgen vor Murrays großem Spiel unter ein Bild geschrieben, das den Bizeps von Nadal zeigte. Tatsächlich konnte der Publikumsliebling nicht wieder die Muskeln spielen lassen wie im Achtelfinale gegen den Franzosen Richard Gasquet. Nach 0:2-Satzrückstand hatte der 21-jährige Schotte das Spiel noch gedreht und die 15.000 Zuschauer auf dem Center Court in Ekstase versetzt. Das war gegen Nadal anders, der von der ersten Sekunde an das Match dominierte.

Im Halbfinale erwartet den 21 Jahre alten viermalige French-Open-Sieger nun ein Spiel der Gegensätze. Der 32-jährige Schüttler und der zwei Jahre jüngere Clement sind die beiden ältesten noch im Turnier verbliebenen Spieler. Zudem sind sie als Nummer 94 (Schüttler) bzw. 145 (Clement) die in der Weltrangliste am schlechtesten positionierten Viertelfinalisten. Keine Frage, wer der Favorit ist.

Kiefer und Kohlschreiber in Peking

Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber durften sich derweil über eine Nachricht des Tennis-Weltverbandes ITF freuen. Nach Rücksprache mit den nationalen Olympischen Komitees wurden die von Ana Ivanovic und Roger Federer angeführten Felder für das olympische Turnier bekanntgegeben. Die in Wimbledon lange ausgeschiedenen Kiefer und Kohlschreiber sind dabei - Schüttler nicht. Ein Fragezeichen steht noch hinter Denis Gremelmayr. Der Lampertheimer hat die Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht erfüllt, wohl aber die der ITF. Der Weltverband kündigte weitere Gespräche mit dem DOSB und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) an.

Hoffnung für Hamburg

Unterdessen wurde in Wimbledon auch bekannt, dass der Deutsche Tennis Bund (DTB) im Kampf um das Masters-Turnier am Hamburger Rothenbaum wieder Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung mit der neu formierten Spitze der ATP-Tour hegt. «Ich habe in Wimbledon zwei Tage mit der ATP gesprochen», erklärte DTB-Präsident Georg von Waldenfels am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch die Spitzenspieler mit Federer und Nadal an der Spitze sollen auf einen Kompromiss drängen. Vor einem Gericht in Delaware beginnt am 21. Juli der Prozess, in dem der DTB dagegen klagt, dass die ATP dem Masters-Turnier am Rothenbaum von 2009 an den Status aberkannt hat. (nz/dpa)

 
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