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Zweite Runde in Wimbledon: 

Kiefer und Haas vor echten Herausforderungen

27. Jun 2008 10:17
Nadals nächster Gegner: Nicolas Kiefer
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Neben den arrivierten deutschen Tennis-Profis hat sich auch «Altmeister» Rainer Schüttler für die dritte Runde der All England Championships qualifiziert. Am Samstag geht es für die drei weiter, Nicolas Kiefer trifft dann auf einen der Favoriten des Turniers.

Im stürmischen Wimbledon haben sich Thomas Haas und Nicolas Kiefer mit souveränen Siegen für ihren ersten Einsatz auf dem Center Court eingespielt. Für eine Riesenüberraschung sorgte zudem der Korbacher Tennis-Senior Rainer Schüttler, der nach einem Fünfsatz-Krimi gegen James Blake ebenfalls den Einzug in die dritte Runde des prestigeträchtigen Grand-Slam-Turniers in London schaffte.

Mit einer kämpferischen Bravourleistung setzte sich der 32-Jährige am Donnerstag mit 6:3, 6:7 (8:10), 4:6, 6:4, 6:4 gegen den an Nummer neun gesetzten Amerikaner durch. Mit Mischa Zverev und Simon Stadler, die tags zuvor die zweite Hürde übersprungen hatten, sind somit noch fünf von zwölf deutschen Tennisprofis im Einsatz. In Julia Görges schied dagegen die letzte von vier deutschen Spielerinnen aus.

Souveräne Drei-Satz-Siege

Wie ein Wirbelwind fegte Nicolas Kiefer durch ein 6:0, 6:3, 6:1 gegen den überforderten Martin Vassallo Arguello aus Argentinien ebenso in die dritte Runde wie der nicht minder entschlossen auftrumpfende Haas. Der Hamburger besiegte dank einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zu seinem Auftaktmatch mit 6:4, 6:4, 6:3 den Spanier Tommy Robredo. «Mein Aufschlag war gut, ich war aggressiv und habe in den wichtigen Momenten gutes Tennis spielen können», freute sich der 30-Jährige.

Für Kiefer und Haas, die beiden Aushängeschilder, kommt es jetzt allerdings knüppeldick. Kiefer erwartet in Rafael Nadal den Finalisten der beiden Vorjahre, der seine Topform auf Rasen zudem beim Turniersieg im Queen's Club unter Beweis gestellt hat. «Das wird ein schweres Spiel», sagte Kiefer, der dem Spanier zuletzt beim Davis Cup in Bremen einen harten Kampf geliefert hat. Außerdem sei es gut, dass Nadal «ordentlich schuften musste» beim 5:7, 6:2, 7:6 (7:2), 6:3 gegen den Letten Ernests Gulbis, meinte der 30-Jährige. Haas bekommt es mit Andy Murray zu tun. Der Schotte nimmt in Wimbledon als Nachfolger von Tim Henman die Rolle des Lokalmatadoren ein.

Aus für Scharapowa und Roddick

«Ich bin richtig froh über diesen Sieg. Vor Paris habe ich grauenhaft gespielt. Das hier gibt mir wieder Selbstvertrauen», sagte Schüttler, der älteste im Turnier verbliebene Spieler. Nächster Gegner des Weltranglisten-94. ist in Nicolas Almagro oder Guillermo Garcia-Lopez ein Spanier.

Eine Sensation ganz anderer Art ereignete sich auf dem kleinen Center Court, wo die weithin unbekannte Weltranglisten-154. Alla Kudryawtsewa im russischen Duell Maria Scharapowa mit 6:2, 6:4 bezwang und die Wimbledonsiegerin von 2004 so früh wie noch nie aus dem Turnier warf. Auch Andy Roddick schied überraschend aus. Der Finalist von 2004 und 2005 unterlag dem Serben Janko Tipsarevic mit 7:6 (7:5), 5:7, 4:6, 6:7 (4:7).

Niederlagen für Becker und Görges

Die Rasen-Reise von Benjamin Becker endete ebenso in der zweiten Runde wie das Debüt von Julia Görges. Zwei Tage nach dem Marathon-Match gegen Katarina Srebotnik war die 19-Jährige aus Bad Oldesloe müde und unterlag der Neuseeländerin Marina Erakovic 2:6, 6:7 (5:7).

Der Mettlacher Becker verabschiedete sich gegen den Franzosen Arnaud Clement mit einer 6:7 (7:9), 6:7 (3:7), 3:6-Niederlage abermals von den All England Championships, ohne einen Besuch im «Wohnzimmer» seines berühmten Namensvetters Boris Becker gemacht zu haben. Dort spielte zur selben Zeit Titelverteidigerin Venus Williams aus den USA und gewann nach Startschwierigkeiten mit 7:5, 6:2 gegen die Britin Anne Keothavong.

Die junge Mutter Lindsay Davenport, die eigentlich nach Kiefer auf den Nebenplatz 3 kommen sollte, musste derweil ihre Zweitrundenpartie gegen Gabriela Dulko aus Argentinien wegen einer Knieverletzung absagen. Die Siegerin von 1999, die damals Steffi Graf im Finale bezwang, ließ offen, ob dies der Abschied von Wimbledon war. «Im Moment glaube ich nicht, dass ich nächstes Jahr wiederkomme. Aber darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.»


 
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