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Experten erwarten Dreikampf um den Titel: 

Wegweisendes Wimbledon

22. Jun 2008 21:15
Rafael Nadal, Roger Federer und Novak Djokovic (v. l.) in Terracotta
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Vor Beginn des Tennis-Highlights in London rückt die Konkurrenz in Person von Rafael Nadal und Novak Djokovic dem Weltranglistenersten Roger Federer auf die Pelle. Den deutschen Profis und einer Meldung über Wettbetrug bleibt da zunächst nur eine Nebenrolle.

Getrübt von der Angst vor Wett-Betrügern fiebert Wimbledon einem Titel-Dreikampf der besonderen Art entgegen. Im Machtkampf auf der großen Tennis-Bühne zwischen dem fünfmaligen Champion Roger Federer sowie Rafael Nadal und Novak Djokovic wollen auch die deutschen Teilnehmer mehr sein als Statisten.

Thomas Haas, Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber sollen das in Roland Garros ramponierte Ansehen aufpolieren. Hoffnungen hat das starke Auftreten des Trios beim Rasenturnier im westfälischen Halle gemacht, wo Kiefer und Kohlschreiber erst im dominierenden Federer ihren Meister fanden.

Selbstbewusster Nadal

Der auf Sieg programmierte Branchenprimus steht derweil unter Druck. Bei einer Pleite wäre der Rekord für die Ewigkeit dahin und vielleicht sogar die Spitzenstellung. Sollte der Schweizer an diesem Montag nach 59 Siegen in Serie auf Rasen gegen den Slowaken Dominik Hrbaty ausscheiden, könnte Djokovic mit seinem zweiten Grand-Slam- Sieg die Nummer eins werden.

Der Serbe, der im Halbfinale auf Federer treffen könnte, startet im dritten Spiel auf dem Center Court gegen Michael Berrer. Nadal, der am Dienstag in Andreas Beck gleichfalls einen Stuttgarter zum Gegner hat, genügte bei eigenem Triumph ein Aus Federers im Viertelfinale. «Ich habe jetzt auf jedem Belag Turniere gewonnen. Nun bin ich wohl ein kompletter Spieler», sagte der als Sandplatz-Experte geltende Spanier.

Wettbetrüger schänden Wimbledon

Altmeister Björn Borg sieht das eidgenössische Schreckenstheater schon voraus. Für den Schweden, der ebenfalls fünfmal in Serie gewonnen hat, ist der Spanier erster Titelanwärter, gefolgt von Djokovic - erst dann kommt Federer: «Wenn er die beiden schlagen will, muss er viel besser spielen als im letzten Sommer.» Der 14-malige Grand-Slam-Sieger Pete Sampras sieht dagegen «in Roger ein brennendes Verlangen, meinen Rekord zu brechen». Noch hat der 26-Jährige zwei Titel weniger als der Amerikaner.

Noch vor dem ersten Aufschlag erreichte der Wett-Betrug im Welt-Tennis auch Wimbledon. Nach einem Bericht der Londoner «Times» und anderer seriöser britischer Sonntags-Zeitungen sollen seit 2002 insgesamt acht Matches auf dem «Heiligen Rasen» verschoben worden sein. Im Vorjahr seinen vier Partien im Herren-Einzel nicht korrekt verlaufen. Das gehe aus einem Report hervor, den der Weltverband ITF und die vier Grand-Slam-Turniere sowie die Spielerorganisationen ATP und WTA im Kampf gegen Wett-Manipulationen in Auftrag gegeben haben. Inzwischen seien die Maßnahmen verschärft worden, hieß es vonseiten der Organisatoren, die sich am Montag näher äußern wollen.

Kein leichtes Los für Lisicki

Der Tradition folgend eröffnet die Tableauhälfte des Titelverteidigers die mit 15 Millionen Euro dotierten All England Championships. Vorjahressiegerin Venus Williams darf sich noch ausruhen, ehe sie am Dienstag auf die Weltranglisten-199. Naomi Cavaday aus Großbritannien trifft. «Ich fürchte mich vor keiner Gegnerin», sagte die viermalige Championesse, die in der Russin Maria Scharapowa, ihrer Schwester Serena und French-Open-Siegerin Ana Ivanovic aus Serbien ihre härtesten Kontrahentinnen hat.

Angelique Kerber startet als erste des deutschen Quartetts gegen die Britin Jelena Baltacha. Die Kielerin hat sich mit dem Doppelsieg in s'Hertogenbosch erfolgreich auf Wimbledon eingestimmt. Auch Debütantin Sabine Lisicki ist am Eröffnungstag im Einsatz gegen die favorisierte Vorjahresfinalistin Marion Bartoli aus Frankreich. Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner ist dennoch zuversichtlich: «Sie hat doch nichts zu verlieren.»

Von den zwölf deutschen Tennis-Herren ist am Montag ein von Kohlschreiber angeführtes Sextett am Start. Haas und Kiefer dürfen derweil noch einen Tag Pause einlegen. «Ich weiß nicht, wie ich in Wimbledon spiele», sagte der Halle-Finalist aus Augsburg. «Gegen den Spanier Fernando Verdasco sollte ein Sieg möglich sein», meinte auch Bundestrainer Patrik Kühnen. Spielen werden auch Mischa Zverev, Philipp Petzschner, Tobias Kamke und Simon Stadler, der gegen Ivo Karlovic antritt. Der Kroate gewann am Samstag in Nottingham und will im vierten Versuch endlich wieder die erste Runde überstehen. (dpa/nz)


 
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