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Schweizer siegt beim ATP-Turnier in Halle: 

Federer zu stark für Kohlschreiber

15. Jun 2008 17:12
Niederlage trotz starker Leistung: Philipp Kohlschreiber
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Nach Nicolas Kiefer unterlag im Finale der nächste deutsche Tennis-Profi dem Weltranglistenersten aus der Schweiz. Federer siegte glatt in zwei Sätzen und gewann das Turnier zum fünften Mal in Folge.

So dominant wie noch nie hat Roger Federer auf dem Rasen in Halle seinen fünften Titel in Serie geholt. Für Philipp Kohlschreiber gab es beim 3:6, 4:6 am Sonntag zwar auch im zweiten Vergleich mit dem Branchenprimus aus der Schweiz nichts zu holen, doch mit seinem Finaleinzug zur rechten Zeit machte der Augsburger beste Werbung in eigener Sache. Trotz verpasster Norm darf der 24-Jährige nun fest auf einen Platz im Olympia-Team neben seinem Doppel-Partner Nicolas Kiefer hoffen. «Wir sind sehr zuversichtlich», sagte Bundestrainer Patrik Kühnen.

«Es sieht immer so leicht aus, aber Roger spielt verdammt unangenehm», sagte Kohlschreiber nach dem 75 Minuten langen Match, das ihm ein Preisgeld von 62.400 Euro einbrachte. An das in einer Woche beginnende Grand-Slam-Rasenturnier in Wimbledon wolle er noch gar nicht denken, sondern den Erfolg genießen.

Teilerfolg für Kiefer

So ging es auch Federer, der im gesamten Turnier nicht einen Satz und nicht einmal ein Break abgeben musste. «Das ist mir noch nie passiert. Das ist etwas ganz Spezielles», meinte der 26-Jährige, der sich bestens erholt vom finalen Desaster in Paris gegen Rafael Nadal zeigte. Lohn für den 59. Sieg auf Rasen in Serie und den 55. Turniersieg seiner Karriere waren 115.500 Euro.

Auch der Hannoveraner Kiefer hatte in «Klein-Wimbledon» von sich reden gemacht. 1999 hatte er als einer von drei deutschen Siegern neben Michael Stich (1996) und David Prinosil (2000) den Titel in der ostwestfälischen Kleinstadt gewonnen. Diesmal reichte es zum Einzug in die Vorschlussrunde, in der Federer allerdings mit 6:1, 6:4 klar die Oberhand behielt. «Das Halbfinale ist für mich ein Teilerfolg» - und für den gab es immerhin eine Prämie von 34.660 Euro.

Fortschritte in der Weltrangliste

Das überraschend starke Abschneiden der elf Deutschen bestätigte der deutsche Meister Andreas Beck, für den im Viertelfinale gegen den Amerikaner James Blake Endstation war. Der 22 Jahre alte Stuttgarter freute sich über 19.340 Euro und den größten Erfolg seiner Laufbahn. «Wir haben hier kräftig Werbung für das deutsche Tennis betrieben», kommentierte Kühnen die «Auferstehung» der deutschen Tennis-Herren, die sich in Paris ausnahmslos in Runde eins verabschiedet hatten.

Das gilt auch für Auckland-Sieger Kohlschreiber, der in Halle an die guten Leistungen vom Beginn des Jahres anknüpfte. Selbst gegen Federer, der nach einer großartigen Woche bestens gerüstet nach Wimbledon fährt, wo er seinen sechsten Triumph nacheinander feiern will. Mit seinem ersten Finale in Halle wird sich Kohlschreiber am Montag in der Weltrangliste verbessern, in der er als Nummer 40 vor einer Woche hinter Thomas Haas (37) und Nicolas Kiefer (38) zurückgefallen war.

«Es ist für mich eine Ehre, in einem Finale gegen Federer antreten zu dürfen», hatte Kohlschreiber fast ehrfürchtig gesagt. Auf dem Rasen zeigte er sich gegen den «Unbezwingbaren» (Kohlschreiber über Federer) selbstbewusst und kampfbereit. Doch ernsthaft in Gefahr bringen konnte er den Weltranglisten-Ersten nicht, der den ersten Vergleich an selber Stelle 2005 ebenfalls 6:3, 6:4 gewonnen hatte. (dpa/nz)

 
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