Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Sport  »  Tennis
DruckenVersenden
 

«Schock für die Tenniswelt»: 

Henin beendet ihre Karriere

14. Mai 2008 15:08, ergänzt 18:19
Abschied mit Wehmut: Justine Henin und ihr Trainer Carlos Rodriguez
Bild vergrößern
Die Weltranglisten-Erste ist offenbar ausgebrannt vom ewigen Kampf um Punkte und Trophäen. Ihr Rücktritt auf einer emotionalen Pressekonferenz erschüttert die gesamte Tennis-Welt.

Justine Henin hat das Rätselraten um ihre Zukunft beendet und mit ihrem sofortigen Rücktritt für einen Paukenschlag im Damen-Tennis gesorgt. «Nach 20 Jahren ist es vorbei, ich habe den Traum verwirklicht, den ich hatte, seit ich fünf war», sagte die 25 Jahre alte Weltranglisten-Erste aus Belgien am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der Stadt Limelette südlich von Brüssel. Einen Rücktritt vom Rücktritt schloss die Wallonin aus: «Wer mich kennt, weiß, dass das das definitive Ende ist.» Der Weltranglisten- Erste Roger Federer sprach von einem «Schock für die Tennis-Welt».

Nach Medienberichten aus Belgien brach ihr Trainer Carlos Rodriguez während der Pressekonferenz in Tränen aus. Die weltbeste Tennisspielerin wird damit auch den Titel bei ihrem Lieblingsturnier in Paris nicht verteidigen. «Ich werde sicher bestimmte Dinge vermissen, aber seit Ende 2007 sehne ich mich nach einem neuen Leben. Ich beginne ein neues Leben», sagte Henin mit brüchiger Stimme und Tränen in den Augen. «Ich war am Ende des Weges. Ich verlasse die Bühne mit erhobenem Haupt.» Die viermalige French-Open-Siegerin war in der Vorwoche bei den German Open im Achtelfinale ausgeschieden und hatte öffentlich über ein mögliches Karriereende gesprochen.

«Eine der größten Spielerinnen aller Zeiten»

Henin gewann in ihrer Laufbahn 41 Einzeltitel, darunter sieben Grand-Slam-Trophäen. 2003, 2005, 2006 und 2007 siegte sie bei den French Open, 2003 und 2007 bei den US Open und 2004 bei den Australian Open. «Das ist ein trauriger Tag für unseren Sport und für Millionen Fans auf der Welt», sagte der Chef der Spielerinnen-Organisation WTA, Larry Scott. «Justine Henin wird als eine der größten Spielerinnen aller Zeiten in Erinnerung bleiben.»

Das Jahr 2008 verlief für die Wallonin allerdings bislang enttäuschend. Bei den Australian Open scheiterte sie im Viertelfinale an der späteren Siegerin Maria Scharapowa aus Russland, in Miami kassierte sie ebenfalls in der Runde der letzten Acht eine 2:6, 0:6-Niederlage gegen die Amerikanerin Serena Williams. Ihre Teilnahme am Turnier in Rom in dieser Woche sagte sie wegen Müdigkeit ab.

«Meine Gebete sind bei ihr»

«Sie war immer eine harte Gegnerin, sie war eine großartige Kämpferin», erklärte die Amerikanerin Venus Williams in Rom. «Natürlich sind meine Gebete bei ihr und ich hoffe, dass sie ihr Leben so weiterführen wird, wie es für sie am besten ist.» Die deutsche Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner, die zu ihrer aktiven Zeit in vier Duellen nur einmal gegen Henin gewinnen konnte, sagte: «Das ist ein großer Verlust einer tollen und immer fairen Sportlerin. Man kann ihr für ihr Privatleben nur weiterhin alles Gute wünschen.»

Ein Jahr nach dem Rücktritt der nationalen Rivalin Kim Clijsters verliert der belgische Sport eine weitere große Persönlichkeit. Die 1,67 Meter große Wallonin stand mehr als 100 Wochen an der Spitze der Weltrangliste und behauptete diese Position seit dem 19. März 2007. In 600 Spielen auf der Tour feierte Henin 493 Siege. Doch immer wieder hatte die Sandplatz-Spezialistin mit der wohl besten Rückhand im Damen-Tennis auch mit Verletzungen und privaten Problemen zu kämpfen. Ihre Mutter starb, als Justine 12 Jahre alt war. Anfang 2007 ließ sie sich von ihrem Ehemann Pierre-Yves scheiden. Jahrelang hatte sie keinen Kontakt zu ihrem Vater und ihren Geschwistern. «Ich will wieder mehr für meine Familie da sein», sagte sie nun.

Bei ihrem vierten French-Open-Triumph im Vorjahr saßen ihre beiden Brüder und ihre Schwester erstmals seit 1999 wieder auf der Tribüne. Zu dem Turnier in Paris hatte Justine Henin immer eine besondere Beziehung. Als Elfjährige hatte sie ihrer Mutter Francoise versprochen, auf dem roten Sand von Roland Garros auch einmal zu gewinnen. Sie schaffte es viermal - ein fünftes Mal wird es nicht geben. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Sportschauen
Zu weiteren Sportschauen
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Abschied von der Nationalelf auf der Fanmeile: 
«Für Schweini tue ich alles»
Live Top 5
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.