Kitesurfen - wie alles begann
27.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Ursprünge des Kitesurfens, auch als Kiteboarding oder Flysurfing bekannt, lassen sich auf verschiedene Sportarten zurückführen. Deshalb spielen auch Material und Bewegung aus ähnlichen Sportarten eine Rolle. Seit Ende der Siebziger Jahre gaben Entwicklungen wie High-Tech-Flugleinen aus Kevlar (später Spectra) einen starken materiellen Impuls, der die Sportart förderte. Lenkbare Drachensysteme vergrößerten zudem Einsatzmöglichkeiten und Alltagstauglichkeit.
Als 1978 Ian Day mit einem 'FlexifoilDrachen' angetriebenen Katamaran auf dem Wasser eine Geschwindigkeit von über 40 km/h erreichte, regte das erste Nachahmer an. Doch der Durchbruch kam erst 1990 mit der Entwicklung des so genannten Kite-Buggys, eines vierrädrigen Strandgefährts.
...an Land
Damals bat man den neuseeländischen Drachenkonstrukteur Peter Lynn für ein Drachenfest ein Vehikel zu konstruieren, mit dem man sich auf dem Land fortbewegen konnte. Von Drachen angetriebenen Booten hatte Lynn Ahnung, deshalb tauschte er die Kufen eines Kite-Trimarans gegen Räder aus. Dieser erste Kite-Buggy wurde ein Hit und verkaufte sich in alle Welt.
Anstelle einer Controllbar (Lenkstange) wie beim heutigen Kitesurfen wurden vierleinige Hochleistungsdrachen mit Hilfe von Lenkgriffen (Handles) benutzt, die eine präzise Steuerung ermöglichten. Der Einfluss des Kite-Buggyfahrens auf das Kitesurfen ist unverkennbar, da der Antrieb eines Drachens auf dem Land wie auch auf dem Wasser sehr ähnlich funktioniert.
...und im Wasser
Bill Roeseler und sein Sohn Corey entwickelten ein System, bei dem der Fahrer auf Wasserskiern einen großen Zweileiner-Deltadrachen mit einer Lenkstange steuert. Das Kite-Ski-System verfügt über echte Wasserstarteigenschaften und eine hervorragende Leistung auf Am-Wind-Kursen.
Die Gebrüder Legaignoux experimentierten solange, bis sie das mittlerweile legendäre «Wipika» (Wind Powered Inflatable Kite Aircraft)-Drachensystem erfanden, das sie 1984 patentieren ließen. 1993 verkauften sie ihre ersten Kites. In der Geschichte des Kitesurfens gilt Wipika als der Durchbruch, und auch heute noch orientieren sich die Hersteller an diesem Patent.

