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Kitesurfen - wie alles begann
27. Jul 2006 15:58

Unbeeindruckt vom nahenden Kreuzer: Ein Kitesurfer
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Foto: dpa
In den Anfängen war Kitesurfen ein freakiges Experimentierfeld für gelangweilte Extremsportler und – wenn man so will - Möchtegern-Lilienthals.
 
Seit 1998 ist das Kitesurfen mehr als ein freakiges Experimentierfeld für gelangweilte Extremsportler und – wenn man so will - Möchtegern-Lilienthals. Kitesurf-Schulen und offizielle Wettkämpfe existieren weltweit. Als erster Gewinner eines Kitesurf-Wettkampfes in Hawaii machte Marcus «Flash» Austin vor acht Jahren von sich Reden. Erste Kite-Schulen entstanden daraufhin in Hawaii. In Deutschland tummeln sich derzeit bereits über 10.000 Kitesurfer. Über 160.000 sollen es weltweit sein.

Die Ursprünge des Kitesurfens, auch als Kiteboarding oder Flysurfing bekannt, lassen sich auf verschiedene Sportarten zurückführen. Deshalb spielen auch Material und Bewegung aus ähnlichen Sportarten eine Rolle. Seit Ende der Siebziger Jahre gaben Entwicklungen wie High-Tech-Flugleinen aus Kevlar (später Spectra) einen starken materiellen Impuls, der die Sportart förderte. Lenkbare Drachensysteme vergrößerten zudem Einsatzmöglichkeiten und Alltagstauglichkeit.

Als 1978 Ian Day mit einem 'Flexifoil–Drachen' angetriebenen Katamaran auf dem Wasser eine Geschwindigkeit von über 40 km/h erreichte, regte das erste Nachahmer an. Doch der Durchbruch kam erst 1990 mit der Entwicklung des so genannten Kite-Buggys, eines vierrädrigen Strandgefährts.

...an Land
Damals bat man den neuseeländischen Drachenkonstrukteur Peter Lynn für ein Drachenfest ein Vehikel zu konstruieren, mit dem man sich auf dem Land fortbewegen konnte. Von Drachen angetriebenen Booten hatte Lynn Ahnung, deshalb tauschte er die Kufen eines ‚Kite-Trimarans’ gegen Räder aus. Dieser erste Kite-Buggy wurde ein Hit und verkaufte sich in alle Welt.

Anstelle einer Controllbar (Lenkstange) wie beim heutigen Kitesurfen wurden vierleinige Hochleistungsdrachen mit Hilfe von Lenkgriffen (Handles) benutzt, die eine präzise Steuerung ermöglichten. Der Einfluss des Kite-Buggyfahrens auf das Kitesurfen ist unverkennbar, da der Antrieb eines Drachens auf dem Land wie auch auf dem Wasser sehr ähnlich funktioniert.

...und im Wasser
Wo ist oben, wo unten? Kitesurfer beim Training
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Foto: dpa
Schon Mitte der Achtziger Jahre segelte der Schweizer Andreas Kuhn auf einem Surfbrett im Wasser, während er sich von einem Paraglider ziehen ließ. Die eigentlichen Begründer des Kitesurfens sind jedoch die Gebrüder Wright wie auch die Familie Roeseler aus Seattle/ USA und parallel dazu die französischen Brüder Dominique und Bruno Legaignoux.

Bill Roeseler und sein Sohn Corey entwickelten ein System, bei dem der Fahrer auf Wasserskiern einen großen Zweileiner-Deltadrachen mit einer Lenkstange steuert. Das Kite-Ski-System verfügt über echte Wasserstarteigenschaften und eine hervorragende Leistung auf Am-Wind-Kursen.

Die Gebrüder Legaignoux experimentierten solange, bis sie das mittlerweile legendäre «Wipika» (Wind Powered Inflatable Kite Aircraft)-Drachensystem erfanden, das sie 1984 patentieren ließen. 1993 verkauften sie ihre ersten Kites. In der Geschichte des Kitesurfens gilt Wipika als der Durchbruch, und auch heute noch orientieren sich die Hersteller an diesem Patent.





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