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Lupe Snowboarder Schmidt träumt von Filmrolle

Der Aufbau der Weltcup-Serie der Snowboarder und die frühe WM löst bei Christophe Schmidt vor dem Auftritt in Saas Fee Kopfschütteln aus. Abseits der Wettkämpfe hat der Halfpipe- Spezialist ein ganz großes Ziel, wie er der Netzeitung verriet.

Von Michael Langenwalter

Die Halfpipe-Spezialisten unter den Snowboardern erwartet im Weltcup ein echter Kaltstart – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Nur die beiden Wettbewerbe am Donnerstag sowie am Samstag im Schweizer Gletscherort Saas Fee stehen für Christophe Schmidt und seine Disziplin-Kollegen vor dem Saisonhöhepunkt Mitte Januar auf dem Programm. Die Qualifikationsrunde findet jeweils am Vortag statt.

«Meiner Meinung nach ist der Termin für die WM etwas zu früh in der Saison», sagte der Schlierseer der Netzeitung. Schmidt schmeckt die Planung des zuständigen Ski-Weltverbandes Fis überhaupt nicht. Denn erst nach der WM geht der Weltcup für die Halfpipe-Fahrer mit Stationen in Europa, Japan und Nordamerika so richtig los. Der 23-Jährige nimmt die Situation pragmatisch. Man müsse sich halt zwangsläufig damit arrangieren. «Es ist ja für alle Fahrer gleich».

Starke Konkurrenz erwartet
In der nach-olympischen Saison lassen einige der Topstars die Weltcups links liegen. Da keine Qualifikations-Punkte für Olympia herausgefahren werden müssen, konzentrieren sich vor allem diverse US-Stars auf jene Wettkampfserien oder Einzelveranstaltungen, bei denen es deutlich mehr Geld zu holen gibt. «Natürlich ist der Weltcup etwas weniger wichtig als im Olympischen Jahr», gibt Schmidt offen zu.

Leichter werde es für ihn und seine Mannschaftskollegen deswegen aber auch nicht. Da ist sich der Hobby-Golfer sicher. «Ich rechne aber trotzdem mit einer starken Konkurrenz.» Schließlich ist diese Saison für die Nachwuchsfahrer die ideale Gelegenheit, um die Szene aufzumischen.

Niveau «sehr stark angestiegen»
Wie es auch Schmidt getan hat, der seit 2002 im Weltcup fährt. Seitdem hat sich in der Szene einiges getan. «In meinen Augen ist das Niveau in der Halfpipe nicht nur stark, sogar sehr stark angestiegen», betont Schmidt. Die Begründung liefert der Snowboarder, der neben seinem deutschen auch einen französischen Pass besitzt, gleich nach. «Die Fahrer springen höher, als früher und machen sehr viel schwierigere Trick-Kombinationen, die noch vor einigen Jahren undenkbar waren.» Oder anders ausgedrückt: Mit seiner Vorstellung bei der WM 2005 in Whistler Mountain (Kanada), als Schmidt Rang fünf belegt hatte, würde er im Januar in Arosa das Finale wohl verpassen.

Ganz konkrete Saisonziele hat sich Schmidt für den anstehenden Winter übrigens nicht gesetzt. «Gute Ergebnisse bei den Wettkämpfen», lautet seine Standardantwort auf die entsprechende Frage. Das ist im Hinblick auf die WM-Qualifikation auch nötig. Schließlich geht es in Saas Fee auch um die nationalen Startplätze für den Saisonhöhepunkt.

Filme als Teil der Szene
Die sportlichen Wettkämpfe sind für die Boarder aber nur ein Aspekt. Denn Snowboard ist für sie ein Lebensgefühl, für das die Fahrer andere Ausdrucksformen gefunden haben. So waren Filme über Snowboarder oder das Snowboarden an sich von Beginn an Bestandteil dieser Sportart. Oft geht es in diesen Produktionen, die meist gar nicht in den Kinos laufen, sondern gleich über DVD vertrieben werden, um spektakuläre Abfahrten von möglichst hohen Bergen. Jüngstes Beispiel ist «First Descent». Bei dieser groß angelegten US-Produktion treten alle lokalen Stars der Snowboard-Szene inklusive der Turin-Olympiasieger Shawn White und Hannah Tetter auf.

So hofft nun auch Christophe Schmidt, dass für ihn in diesem Winter in einer Produktion «ein guter Filmpart» (O-Ton Schmidt) abfällt. Zeit lässt der Weltcup-Kalender für solche Aktionen ohnehin genug. Bei Schmidts Können sollte sich das Warten auf eine entsprechende Offerte in Grenzen halten.