16. Aug 2008 09:44
Fremder Geschmack, rätselhafte Gestalten – und Frau Wong verschwindet spurlos. Doch sie hat ihre Rechung ohne Tannen gemacht. Lesen Sie heute Teil 4 des Fortsetzungsromans von
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«Was?» «Na, die Karten, deswegen sind wir doch hier.» Tannen war so gelöst, er hatte es für einen Moment doch tatsächlich vergessen.
«Sehen Sie die Typen dahinten?», fragte Frau Wong und deutete in Richtung des Hinterhofes.«Die mit den tätowierten Armen? Ja, die sehen wie Ganoven aus. Woher kennen Sie die?» fragte Tannen.
«Das erzähle ich Ihnen ein ander' Mal», sagte sie und lachte breit. 'Ein ander' Mal'? überlegte Tannen, entschied sich aber dafür, sie habe sicherlich nur eine Floskel verwendet.
«Fragen Sie nicht, sagen wir einfach, ich kenne sie aus ... meiner Schulzeit. Aber wollen Sie nun die Karten oder haben Sie ein Problem mit den Typen?» fragte Frau Wong.
Tannen kramte in seinem Portemonnaie. Er hatte ausreichend Geld für Tickets dabei, aber für diese Rechnung würde selbst das nicht ausreichen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als zögerlich seine Kreditkarte anzubieten. Entgegen seiner Erwartung, begann der Kellner beim Anblick der Karte zu strahlen und war auf einmal mehr als freundlich zu Tannen. Als er schließlich gehen wollte, bestand der Kellner darauf, dass Tannen das mit chinesischen Schnitzereien verzierte Holzkästchen mitnehmen solle. Tannen wollte nicht unhöflich sein und akzeptierte das Souvenir.
Zurück auf dem Nachtmarkt blickte er sich überall nach Eintrittskarten um. Er sprach den einen oder anderen Händler an, doch alle wichen verschreckt zurück, als sie das Kästchen in seiner Hand entdeckten. Gerade als Tannen sich des vermeintlichen Unglücksbringers entledigen wollte, machte er eine Entdeckung, die ihm eine geradezu kindliche Freude ins Gesicht trieb ...
ENDE VON TEIL 4
Lesen Sie am Montagmittag, wie es weitergeht:
Hat Frau Wong ihn im Stich gelassen? Oder vielleicht doch nicht? Voller Freude fiebert er dem nächsten Tag entgegen, um den ersten Wettkampf live zu erleben. Doch am Stadion erwartet ihn eine böse Überraschung.
Alexander Broicher, Jahrgang 1973, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Berlin. Demnächst erscheint sein neuer Roman im Handel. «Der Drache im Vogelnest» ist eine Exklusivarbeit für die Netzeitung und die Berliner Zeitung Online.